275 – Leckeres

Ein Medizinstudent und Arbeitskollege,
kurz vor dem 1. Statsexamen,
erscheint im Büro,
offensichtlich übelgelaunt,
schmeisst sich auf einen Besucherstuhl.
Grummelt „So eine Scheisse aber auch!“
Ich vermute, er braucht wieder Kniegelenke –
zum Sezieren.
Findet aber keine
an die er ran darf,
ein altes Problem …..
Ich frage: „Was ist los, Schorsch?“
Er: „Muss die Küche streichen.“
Ich: „Hast Du doch gerade fertig gemalt!“
Er: „Die Ravioli!“
Ich: “Mit Tomatensosse?“
Schorsch: Schweigt.
Ich kombiniere:
Schorsch in der Küche.
Aber bei seinen Kniegelenken,
nicht bei den Ravioli!
Dose ungeöffnet erhitzt!
Explodiert wie eine Landmine.
Ravioli an der Küchendecke,
und auch sonst überall, mit roter Sosse!
Ich: „Schorsch, is was?“
Aber Georg ist schon wieder in seiner Küche.
Oder bei seiner Examensarbeit
über die Degeneration von Kniegelenken.
Ich wusste:
Dieser Tag ist gelaufen.
Jetzt brauchen wir Birnengeist
und drei Stunden Zeit –
erst mal für die Seele.
Dann ein Wochenende
für die Küche.
Schliesslich Kniegelenke.
Die Beschaffung bleibt geheim.
Die Technik ist simpel.
Hosenbein hoch,
Knie rausgeschnitten,
Unterschenkel wieder
ins Hosenbein geschoben,
Hosenbein runtergezogen.
Das merkt keiner.
Nur der Typ im Krematorium,
der 30 pro Gelenk nimmt,
und Goldplomben ausreisst.
Gruselig?
Eindeutig ja, für Georg,
diese Ravioli!

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