258 – Feeling

Keine Frage, die Abrechnung ist auch eine Art Rechnung. Das Besondere dabei ist die Erwartung, dass unter dem Strich immer eine Null stehen soll, also kein Guthaben, und vor allem keine Schuld (en). Daraus ergibt sich eine gewisse Nützlichkeit dieser üblicherweise unangenehmen Prozedur. Nun kann man versuchen, dem Vorführeffekt zu entkommen. Pfiffige Menschen rechnen deshalb mit sich selbst ab. Man begibt sich an einen als Gerichtsort akzeptablen Platz, schliesst die Tür von innen zu, und dann dreht man sich selbst durch den Wolf. Das hört sich nun ziemlich dramatisch an – Unsinn. Ich habe noch nie von Tragödien gehört – obschon es sie geben mag. In der Regel kommt man mit einem guten Gefühl aus dem Büßerzimmer, da man sich einredet, es wäre der Durchgang einfach mal nötig gewesen, und man hätte sich mit Erfolg vom Sau- zum Paulus gewandelt.

Es riecht verdächtig nach Selbsttäuschung. Ich nehme mal ein Beispiel aus der Praxis. Ich selbst gefalle mir in der Rolle eines Gesellschaftskritikers. Wer in meinen Beiträgen herumstöbert, hat ziemlich rasch davon die Schnauze voll. Nun könnte es ja auch sein, dass ich auf primitive Weise Frust ablade, oder? Fall 1 wäre ein Dienst an der Gemeinschaft, so etwas wie eine Demo. Fall 2 dagegen ist egoistisch motiviert. Merkwürdig wird die Lage, wenn ich auch noch zu Recht kritisiere. Dann ist die Motivation nicht von Belang, und ich ertrinke in einer Sickergrube voller Bedeutungslosigkeit, da kaum einer meine Kritik liest.

Tröstlich, dass ich immerhin einen wirklich zuverlässigen Leser habe, der von meinen Texten überzeugt ist. Dieser Narr bin ich selbst. Ich muss nämlich lesen, wegen der Myriaden von Tippfehlern.

(Dieser Text ist ein Gipfel der Belanglosigkeiten, also ein Beispiel für reines Gesülze. Ich vergleiche ihn mit ein er Wassersuppe aus einem Liter Leitungswasser, in den man eine halbe Möhre geschmissen hat, und dem man dann stundenlang reduziert, um irgendeinen Geschmack raus zu holen.

Das Netz ist gut gefüllt mit solchen Blindgängern. Und nun: Husch husch – nix wie weg hier!)

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