187 – Zweifel

Wenn ich meinen Beitrag Nr. 186 lese, überfällt mich ein ungutes Gefühl.
Ich habe dort ehrlich, aber sehr garstig formuliert. Anscheinend hat mir irgendein Gnom zu viele Emotionen druntergemischt. Prima vista: Pfui, Alter, ist doch nicht Deine Art!

Denkste, Alter. Auch das steckt in Dir. Aber was ist es? Nun komm, nenne das Kind beim Namen! Ist es Hass?

Um Gottes willen, bloss das nicht! Ich habe immer behauptet, ich könne nicht hassen. Aber im Stillen weiss ich, dass auch ich es kann. Bin kein Übermensch. Jeder kann hassen. Nur ist meine Toleranzgrenze sehr weit weggeschoben, und ich möchte nie dorthin gelangen.

Was ist es dann, was mich bösartig werden lässt? Es ist eine negative Emotion, es ist Verachtung pur, abgrundtief, anscheinend als Ersatz für den so weit entfernten Hass.

Nein, das ist kein Grund, stolz zu sein. Man kann den Polen nicht unterschieben, für Fehlverhalten der Gurkentruppe (geht schon wieder los!) in Brüssel verantwortlich zu sein. Die Polen nehmen nur, was sie kriegen können, wie meine Pelzmütze aus Hermelinfell, und meinen Fernseher.

Die zwei Einbrüche bei mir waren eine Lachnummer. Beim ersten Mal – es war Heiliabend – wollten sie Weihnachtsgeschenke abstauben. Hier war leider nichts unterm Tannenbaum. Und die Polizei kassierte das Trio Stunden später. Beim zweiten Mal kassierten sie allerlei Krempel und beluden einen geklauten PKW, den sie vollgeladen gegen eine Mauer gefahren haben. Dann haben sie Wertloses in einen Vorgarten geworfen, wenige Wertgegenstände unter den Arm geklemmt und sind damit der Polizei in die Arme gelaufen.
Einbrecher im 1. Lehrjahr. Sie verdienen wirklich Mitleid.

Meine ehrlichen Polen sind übrigens erstklassige Handwerker. Ich würde sie jedem deutschen vorziehen.