185 – Persönlich

Es gab Momente in meinem Geschreibsel, da konnte ich nicht verstecken, dass ich im Grund ein fauler Mensch bin. Ich habe die Arbeit halt nicht erfunden. Und so kam es, dass ich aufhörte, mich zu rasieren. daran arbeite ich nun schon seit Wochen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Mein Gesicht ist hinter einem grauen Gewölle verschwunden, und es wäre nun an der Zeit, damit das zu tun, was man wohl „Trimmen“ nennt. Ich weiss es nicht genau, aber „Stutzen“ oder „Kürzen“ wären auch anwendbar, wenn nicht ….. ja, wenn das nicht mit Arbeiten verbunden wäre. Es liegt also auf der Hand, dass alles gut überlegt sein will.

Ich glaube, dass mich die Damen gut verstehen. Frisur und Friseur sind praktisch ein Dauerthema in diesen Kreisen, während Männer wie ich die knappe Anweisung „kurz!“ geben, dann fallen die Locken dorthin, wo sie hingehören.

Anders beim Bart. Den pflegt man selbst. Auch ich habe mittlerweile ein Maschinchen dafür. Aber ich müsste erst mal einen Plan entwickeln. Da steht dann drin, wo der Aklt stattfinden sill. Womit ich mich so zuhänge, dass ich nicht noch nach 6 Wochen Bart-Reste an mit entdecke, die jucken wie der Teufel. Dann was soll blank werden, was halblang, un d was soll in voller Wolle bleiben? Das Design also, eine Überforderung. Kann ich das überhaupt, oder sehe ich hinterher aus wie meine Klobürste?

Man erkennt: Ich zögerte. Inzwischen wachsen mir Haare in den Mund. Bald kann ich sie abkauen, dann wäre eine Problemzone schon mal entschärft, nur ….. man isst dies, und das, und alles hinterlässt im Gewölle zumindest Spuren, die in ihrer Gesamtheit die Geschmacksknospen verwirren und damit die sensorische Wahrnehmung einer Erbsensuppe empfindlich stören. Das ist so nicht hinnehmbar. Und deshalb muss ich nun in einer Art Notoperation mit meiner Zwilling-Schere (sie schneidet alles zwischen Zigarettenpapier bis Blumendraht) über der Oberlippe entlangschnippeln, nur damit ich mich darauf freuen kann, dass die Salami wieder wie Salami schmeckt, und nicht wie Camembert.

Es wäre unklug, zu behaupten, dass das Leben eines Rentners einfach sei.
Ich würde dann hochgehen wie ein japanisches Feuerwerk, ein Hanabi, was man als „Feuer und Blume“ übersetzt und eine Granaten-Veranstaltung ist.

Ich habe es angesagt. Also man komme mir nicht an die Farbe! Bei Erbsensuppe werde ich sehr sensibel!