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Was ist eigentlich „Macht“?

Macht ist wie ein 500-Gramm-Hammer, also nichts weiter als ein Werkzeug.
Man kann es liegen lassen, oder benutzen. Bei Verwendung kann man die Gemeinschaft schädigen, oder damit Positives bewirken. Man kann also einen Zaun zusammennageln, oder den Nachbarn erschlagen.
Merke: Macht ist nichts weiter als ein Werkzeug; allerdings hat dieses Werkzeug eine spezielle Eigenart. Seine Stärke ist variabel. Die Spanne der Variabilität reicht von „lächerlich“ bis „tödlich“. Darum muss man den Machtmissbrauch fürchten.

Was kann eine derartige Erklärung bewirken?
N i c h t s !
Solchen Schrieb brauchen wir so nötig wie ein Furunkel am Hintern.

Nähern wir uns der täglichen Praxis und schauen nach der Back side des Themas „Macht“, so verlieren wir uns umgehend in Details. Ich werde geschwätzig, wie hier zu lesen ist:

„Habt Acht! Uns dräuen üble Streich:
zerfällt erst deutsches Volk und Reich,
in falscher wälscher Majestät
kein Fürst bald mehr sein Volk versteht,
und wälschen Dunst mit wälschem Tand
sie pflanzen uns in deutschem Land;
was deutsch und echt, wüsst keiner mehr,
lebt’s nicht in deutscher Meister Ehr.“

Es ist erkennbar, dass auch Richard Wagner ein strikter Gegner der EU war, wie er es in seiner Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ trefflich formulierte. Das Klagelied lässt er Hans Sachs, einen Schuster singen, also einen Meister in der Handhabung eines Hammers und seiner Tenorstimme, mithin also ein Meistersinger und ein Meisterschuster.
Wenn also Hans Sachs seine Arie beginnt mit „Verachtet mir die Meister nicht“, so hat er keinesfalls die Meister der Politik im Sinn, jene Garde, die uns Bürger nahezu täglich mit einem Hammer malträtiert, sondern jene, die mit ihrem Werkzeug Gutes schaffen, wie Schuhe zum Beispiel, auch wenn die Bäcker zum Brötchenbacken keinen Hammer benutzen, und die Schneider einen Smoking nicht zusammennageln. Herr Sachs besingt einfach solides Handwerk – und davon ist die Politik mit ihrem Machtanspruch Lichtjahre entfernt.

Ja, früher war alles besser. Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass heutzutage auch die Handwerker unerfreuliche Macht über Kunden ausüben. Sie hämmern allerdings nicht mit einem Hammer, sondern mit Preisen und Terminen für ihre teils desolaten Leistungen. Man könnte feststellen, dass das Handwerk pervetiert ist. Der Boden ist allerdings haltbar wie immer, nämlich golden.
Das tröstet, nicht wahr? Und noch ein Aspekt: Wenn man, wie ich vor einer Stunder, einige Hunderter für eine Handwerkerleistung gelöhnt hat, dann fühlt man sich richtig erleichtert! Die Macht des Geldes steigert mein Wohlbefinden!