168 – Dickmilch

„Früher“ – ich benutze dieses ungeliebte Wort heute mit Genuss! Und nun kommt, was kommen muss: “ ….. war alles besser!“

Manchmal kommen Erinnerungen hoch, und ich frage mich dann zu einer solchen, was draus geworden ist, ob wir heute besser sind, oder etwa nicht. Es ist ein Spiel, unnütz, und konflikt-geladen.

Beispiel Dickmilch, auch Sauermilch genannt. Ich, ein Kind von 6 Jahren wurde losgeschickt, einen Liter Milch zu kaufen. Die schüttete man in eine Schüssel, und bei Zimmertemperatur wurde sie über Nacht dick, und sauer. Röstkartoffeln mit braunen Zwiebeln dazu – eine komplette Mahlzeit. Dickmilch mit Zucker – erstklassig für Kinder und erwachsene Naschkatzen. Mit Beeren und Zucker – Spitze. Und sooo gesund!

Glaubst Du nicht? Warum denkst Du, dass ich nach 5 Embolien immer noch lebe? Warum ich immer noch mit eigenen Zähnen meine Mahlzeiten durchkaue?

Heute lasse ich einen Liter Milch stehen, bis er reagiert hat, dann kippe ich die eklige Plörre ins Klo. Am Küchenausguss höre ich die Kanalratten schreien. Entweder ist es Begeisterung, oder eine Warnung an alle: Vorsicht! Gift! Ich weiss es nicht. Ja, dann fällt mir ein, dass man für tote pasteurisierte Milch Milchsäurebakterien hinzufügen muss. Die Vorstellung geht mir gegen den Strich! Soll ich etwa diese Vaginalzäpfchen in meine Milch werfen? Ich vertrage diese Dinger so schlecht! Und ich bin gewiss keine Anlage auf zwei Beinen, die aus Gülle ein Biogas produziert! Von Dickmilchgas habe selbst ich noch nichts gehört! Vielleicht ginge das mit reichlich Bohnen-Dickmilch-Smoothies, denn früher sagte man, jedes Böhnchen gäbe ein Tönchen, und das ginge alles ohne Zäpfchen ….. Herrgott, ich weiss auch nicht weiter!

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