167 – Britannien

Der Hype um den Brexit hat nachgelassen – leider. Er war eine Quelle ständiger Aufregung für die einen, und ständiges Amüsement für andere. Viele, allzu viele haben zumindest rhetorisch in diesem Bottich herumgerührt, unentwegt Wind um die Ecke geschaufelt, oder – wie ich – Häme verbreitet, und in Brüssel versuchte man verzweifelt, die Wirtschaftsinteressen abzusichern. Lediglich die Briten verfolgten ihre Interessen konsequent, und pragmatisch. Und das tun sie heute noch. Allerdings ….. wer Brite ist, und hellwach, wird von neuen Erkenntnissen überrascht:

Die USA hat sich nicht zu ihnen ins Bett gelegt und ist sehr auf Abstand bedacht, und die EU hat man aus dem Bett geschubst. Das Ergebnis ist somit, dass man allein dasteht. Das schmerzt den Gentleman ein wenig.

Nun kommt dazu, dass man die eigene Wirtschaft so empfindlich gestört hat, dass man den Zustand als desaströs empfindet; nun tut es richtig weh.

Briten mit klarem Blick stellen nunmehr fest, dass das UK heute nichts weiter ist als ein Staat wie Polen oder Italien. Das Empire ist also nur noch Geschichte. Für einen guten Briten ist dieser Gedanke unerträglich!

Eine weitere Gruppierung spricht davon, dass man nun weltweit kein Vertrauen geniesst.
Diese Feststellung ist durchaus richtig, aber dafür hat man nur noch ein Augenzwinkern übrig. Es wird als normal empfunden, dass das Land von Dieben regiert wird. Die wollen nun die Sozialversicherungsbeiträge erhöhen, also eine Zusage an das Volk zurücknehmen. Man darf vermuten, dass die Kassen fast leer und die Eskapaden von Regierungsmitgliedern ein wenig teuer geworden sind. Dominic Raab, der Aussenminister machte eine Woche Urlaub auf Kreta, dafür waren rund 44.000 Oiro zu zahlen, das sind 7.300 pro Tag. Das gehört zum Krümelkram. Ein Minister soll in Verbindung mit der Beschaffung von Schutzmasken 17 Mio. Pfund „beiseite geschafft“ haben. Das ist mal ein kräftiger Schluck aus der Pulle! Ja, selbst die politik-kundige Klofrau aus Liverpool findet das pfiffig und möchte auch mal zugreifen. So sind sie, die Briten ….. zumindest 80% davon, schätzt man. Und nun ist das Bier alle!