164 – Politik

Florian Harms, Chefredakteur bei t-online.de schrieb:

Eigentlich müssten wir über Lösungen sprechen. Probleme haben wir hierzulande schließlich genug: Das Klima heizt sich auf, die Natur spielt verrückt, ein Drittel der Säugetiere ist vom Aussterben bedroht. In den Städten fehlen Wohnungen, und die verbliebenen sind zu teuer, während viele Dörfer veröden. Jeder sechste Bürger lebt in Armut, so viele wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Die Schulen bereiten Kinder nicht gut genug auf das Arbeitsleben in der digitalen Welt vor, in den Fabriken fehlen Fachkräfte und in den Altenheimen Pfleger. Behörden bis hinauf zur Bundesregierung kämpfen mit analoger Zettelwirtschaft, und immer mehr Menschen haben den Eindruck, die Entscheider verstünden die Nöte der kleinen Leute nicht mehr. Die exportabhängige Wirtschaft muss nach der Pfeife der Chinesen tanzen; wenn aus Shanghai und Shenzhen mal ein paar Tage keine Container kommen, stehen in Wolfsburg und Stuttgart die Bänder still. Und wenn es dann auch noch an irgendeinem Krisenherd auf dem Globus kracht, bleibt deutschen Außenpolitikern wenig anderes übrig, als ihre Überforderung zu beklagen. Probleme haben wir hierzulande genug, und in diesen wenigen Sätzen sind noch gar nicht alle aufgezählt. Woran es fehlt, sind jedoch nicht allein Lösungen. Die sind schwer genug zu finden. Es mangelt vor allem an ernsthaften Debatten über Auswege aus dem zentralen Dilemma unserer Zeit: Die Komplexitätsfalle.

Was zum Teufel will der Autor damit ausdrücken? Vermutlich meint er, die Ursache der Übel ist auf einen ungehemmten, globalen Wildwuchs zurückzuführen, der dazu führte, dass alles mit allem zusammenhängt, sodass bei VW Kurzarbeit angesagt ist, weil in China ein Sack Reis umgefallen ist. Und er denkt, man müsste diese unbestreitbare Situation Deutschlands korrigieren, so wie man einen Apfelbaum beschneidet, da Wildwuchs die Obstqualität beeinträchtigt.

Ich bin ganz Ihrer Meinung, Herr Harms. Nur müssen wir eingestehen: Das wäre das Ende der freien und ein Wechsel in eine neue Form der sozialen Marktwirtschaft.