161 – Eiertanz

Manchmal, und oft unbewusst lässt man irgendeinen Homo raushängen. Mal ist es der Sapiens, der Denkende, mal der Faber, das wäre der Schaffende, oder der Ludens, also der spielende Mensch. Oder die drei kommen gleichzeitig zum Vorschein – der Idealfall.
Ich bin momentan ein wenig ludens; mir geht ein Wortspiel durch den Kopf. Ich erzähle mal.

Ausgangspunkt ist die Frage:

Was ist eigentlich ein Ding?

Naja, es ist eine Sache! Ein Gegenstand. Ding ist eigentlich eine Verallgemeinerung, eine sprachliche Zusammenfassung für alles, was existiert und was unsere materielle Kultur ausmacht. Nehmen wir eine Brille, eine Bratwurst und die USA – macht 3 Dinge. Nehmen wir mich und eine Bratwurst – das ist wieder ein anderes Ding, und was für eines! Nehmen wir einen Teller grünen Salat ohne Schnecke – die Schnecke ist kein Ding. Wo nichts ist, findet man kein Ding. Aber wie ist es mit dem Nichts? Das Nichts – ein Substantiv? Aber ja doch! Das Nichts ist eine Abstraktion der absoluten Leere, wo immer sie auftritt. Sie nistet sich bevorzugt in Gehirnen ein und wird – als Nichts – zum Etwas, aber nicht zum Sein.

Auf den mathematischen Nachweis der Unschärferelation nach Heisenberg kann man hier zur Not verzichten, aber nun leuchtet ein Dreigestirn: Ding, Nichts und Etwas. Anders. Das Nichts und das Etwas sind Dinge mit Meta-Status ….. das mit der Bratwurst vorhin war deutlich einfacher ….. etwas von etwas wiederum nicht ….. oder weniger. (Sacken lassen hilft! Dann gründlich durchdenken!)

Nicht zu vergessen: Auch Ereignisse können ein Ding genannt werden. Wenn ich als Bootsfahrer auf der Elbe absaufe und mit Angler’s Traum, einem 4 kg-Hecht im Hemd nach Hause komme, wird meine Tochter auch davon reden, das sei echt ein Ding. Nicht ich bin das Ding, und nicht der tote Hecht, sondern das Ereignis insgesamt – es finden sich also Dinge in einem Ding – dingelingeling! Nun wird es schwierig! Fluchtgedanken. Rasch back to the roots!

Sache, Gegenstand oder Ding – alles das selbe. Ein blanker Knochen mit ohne Fleisch also. Wozu nun das ganze Gesumse oben? Nun es ist nicht mehr als ein erneuter Versuch, aus Scheisse eine Venus von Milo zu kneten – mehr nicht. Man kann unschwer erkennen, es ist wieder nicht gelungen. Sieht eher aus wie ein Ork aus Mittelerde.

Egal. Nächstes Mal knete ich ein Gänseblümchen. Wenn das dann wieder wie ein Ork aussieht, muss ich zum Psychiater.