160 – China

Regierungserklärung zum Zustand der Nation vom 29.8. in „Xin hua“, dem führenden Regierungsorgan:

Der „Zuìgāo Lǐngdǎorén“ Xi Jinping, der „Überragende Führer“ also, und seine Knechte, mithin die gesamte Führung der Staatspartei in der Volksrepublik China leidet neuerdings an kalten Füssen. Sie fürchten Machtverlust. Dafür haben sie ein Kompliment Erster Klasse verdient. Endlich dämmert es ihnen, dass der westliche Einfluss mit seiner Hauptkrankheit, dem Brutalkapitalismus dem Wohl des 1,4-Milliarden-Volks nicht bekommt. Sie reden nun von einer neuen Kulturrevolution, vom „Zurück zu den Wurzeln“, also in die Zeit vor Deng Xiao Ping, der die Privatisierung von Wirtschaftsunternehmen einst einleitete.

Die Folge der neuen Revolution: Was immer Meinung beeinflussen kann, soll künftig ausgelöscht werden. Deshalb – da ist man ganz bei der Sache – verschwinden zunehmend Menschen aus Kultur und Wirtschaft, und werden nicht mehr gesehen. Staatsterror macht sich breit. Es verschwindet Literatur, Fremdsprachen wie Englisch werden nicht mehr angeboten und so fort. Zugleich wird der Westen verteufelt, vornerweg und zu Recht die USA, und man wird das Budget für Rüstungsausgaben deutlich erhöhen und malt dafür Krieg an die Wand.

Für die Bürger ist ausser den hier angedeuteten Beschränkungen nichts weiter vorgesehen.

Der Westen scheint zu schlafen. Zumindest wird bei uns darüber nicht berichtet. Mit Absicht Oder aus Dämlichkeit?