159 – Britishness

Ein französischer Kommentator hat britische Freunde. Diese sind in einer Bltztaktion nach GB abgehauen. Er fragte per eMail nach, warum dies so geschehen ist. Die lapidare Antwort der Briten: Wir befürchteten den Verlust unserer Britishness. Nun war der Franzose ratlos, und fragte nach, was man unter Britishness verstehen würde. Er vermutete zu Recht, es ginge um die Identität als Briten. Seine englischen Freunde erklärten schliesslich, was gemeint sei.

Als Ausländer verliert der Brite alle EU-Vorteile und ist einem rigiden Meldesystem unterworfen, das ihn zur Offenlegung seiner Existenz in der EU zwingt. Besonders hart: Man müsse als Brite auftreten, Steuern bezahlen und sich selbst privat krankenversichern, was für Rentner sehr teuer ist. Und man laufe Gefahr, sein Auto zu verlieren, da man als Brite die Hosen runterlassen müsste, was man aber nicht wolle. In GB dagegen sei alles einfacher. Man zahle dort auch keine Steuern und sei in der NHS preiswert krankenversichert.
Als in Frankreich lebender Brite habe er sich in GB arbeitslos gemeldet, kassiere dort Arbeitslosengeld und habe eine Sozialwohnung besetzt, die er für einen Tausender weitervermietet habe.

Der Franzose verstand: Der britische Kumpel hat gleichzeitig sein Gastland F und sein Heimatland GB beschissen. Dies nennt er Britishness.

Man versteht nun einiges Rätselhafte aus britischer Feder, denn das hier skizzierte Geschäftsmodell wird – oder wurde? – von einer ganzen Menge britischer „Bürger“ gefahren. Es ist aufgeflogen, und die Folgen schmerzen ….. wie stets, wenn man geben muss, statt nehmen zu können.

Britishness, das Wesen der Briten – betrügen, wo immer es geht. Passt verdammt gut in mein Klischée zu diesen spassigen Insulanern.