157 – Quark

Ich möchte hier eine Erklärung absetzen. Wohlgemerkt – keine Rechtfertigung.

Es hat Gründe, weshalb die Anlieferung meiner Texte anmutet wie ein Saustall. Vielmehr schlimmer als das. Weil: Wer Schweine richtig kennt, weiss, dass sie ordnungsliebende Tiere sind, wenn sie genügend Platz kriegen, sich einzurichten. Generell sollte man den Saustall wie ein Mensch interpretieren, nicht wie ein Schwein. Das nebenbei.
Sagen wir also so: Mein „Blog“ gleicht einem Flohmarkt. Warum das?

Nun, Hauptsache, die Hafergrütze unter meiner Schädeldecke bleibt in Bewegung. Ich habe das Alzheimer Syndrom bei meiner Frau erlebt.

Ferner: Ich könnte unentwegt über ein Thema wie BREXIT schreiben. Das interessiert niemand, und mich am allerwenigsten. 60 Seiten Brexit – tödliche Langeweile. Bevor ich Seite 61 schreibe, mache ich meinen Laden lieber wieder dicht.

Und: Ich habe Phasen meines Bewusstseins, die mich zu sprunghaftem Denken zwingen.
Ich finde Thema a. interessant, schlurfe in mein Büro und kniee demütig vor meinem PC nieder – und schreibe dann über Thema b., weil ich a. schon wieder vergessen habe. Schuld daran hat die Gnade der frühen Geburt. Ich werde 82. Mit meiner Schreiberei kann ich mir jedoch einen rudimentären Sprachschatz erhalten. Man erspare mir allerdings Spitzfindiges von jener Art: Wie heisst ein Brikett mit Vornamen? Ich würde spontan antworten: Braunkohle! Aber danach brauchte ich einen Doppelten. Zwei von meiner Sorte ertrage ich nicht.

Letztlich: Alles, was ich zusammenschreibe, sagt etwas aus über mich. Extrem wäre die Feststellung, ich hätte nicht alle Latten am Zaun. Mag sein. Wer das glaubt: Stört mich nicht weiter. Was ich preisgebe, ist gerne geschehen, denn ich habe lange darüber gegrübelt, ob ich das will. Nur eines sollte beachtet werden. Ich halte es mit Lohengrin, 1. Akt: “ Nie sollst du mich befragen, noch Wissens Sorge tragen, woher ich kam der Fahrt, noch wie mein Nam‘ und Art!“

Gott, was bin ich heute wieder gebildet! Ich liebe mich! (Du aber vergiss es! Alles nur Show!)