154 – Nudeln

Ja, ich muss gestehen, dass ich für einen Klimawechsel verantwortlich bin. Und der findet statt ….. wenn auch nur in unserer Küche. So sind mir gestern die Nudeln übergekocht. Das kennst Du vielleicht nicht. Da quillt Schaum über den Topfrand, landet auf dem Kochfeld und verwandelt sich in eine heisse Pfütze, die schliesslich verdampft. Dann stinkt es in der Küche, und die Fenster beschlagen, so rinnt dann endlich Nudelwasser die Scheiben entlang. Das dabei entstehende feucht-warme Tropenklima ist nicht gut für mich; meine Lunge ist nicht mehr so robust, dass sie allen Blödsinn mitmachedn wollte.

Es hilft nichts. Ich muss rein in die Bude, und die Fenster aufreissen. Klar, ich habe das geschafft, indem ich nicht geatmet habe. Das tut dann weniger weh. Danach habe ich mir eine Wartezeit verordnet. Keine Ahnung, ob der Nudelqualm dabei ins Freie gelangte und als weisses Wölkchen aufgestiegen ist. Aber es ist eine schöne Vorstellung, dass es so war und die Wolke in Polen leer geregnet wurde – mein Nudelwasser auf Warschau!

Nun werd‘ mal nicht übermütig, Alter! Schaue Dir mal das Kochfeld an! Und seine Umgebung!

So der Ordnungsruf einer inneren Stimme, und ein ungedachter Imperativ: P u t z e ! Zähneknirschend habe ich zu Lappen und Rasierklinge gegriffen; das Ergebnis waren 35 g Mehl und ein Verbrauch von 6 Litern Wasser. Immerhin ist nun alles schön blank, und ich habe dazugelernt. Nämlich, dass ich rasch bei Johannes Lafer nachlesen muss, wie man gefahrlos Nudeln kocht.

Klar, das mit den Teigwaren ging schief. Ich habe deshalb zwei Wurststullen gegessen. Es war so etwas wie Bestrafung. Der deutsche Metzger hält die Verwendung von Gewürzen und gutem Fleisch für eine Verschwendung, und ohne viel Brot drunter ist seine Wurst essbar, aber ungeniessbar. Vermutlich sollte ich die Leberwurst mit Majoran nachwürzen? Das ist wohl wie beim Thüringer Mett – ohne Nachbehandlung schmeckt das nur wie tote Sau!

Und nun ein Klopper achter ran: „Früher war alles besser!“

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