143 -Misthaufen

Tja, Alter, wenn Du schon an Dir zweifelst, dann tue mal Butter bei die Fische! Immer wieder ausbüxen geht nicht, das ist nicht Dein Stil!
Worum geht’s?
Es geht darum, dass man nicht ständig nach aussen giften sollte, ohne auch mal nach innen zu schauen. Ersteres mache ich zur Genüge – aber Selbstkritik ist nicht so meine Sache.

Jaja, es ist doch tatsächlich unmöglich, über sich selbst korrekt zu urteilen. Wer mitten im Leben steht, erfährt den Unterschied zwischen Eigenbild und Fremdbild; das Fremdbild mag noch so falsch sein, aber es trifft dennoch , in der Magengrube.
Gut, sagt man sich, dennoch ist eine Halbwahrheit besser als eine ganze Lüge. Und dies trifft auf beide Bilder zu. Etwas konkreter:

Man sagt mir nach, ich sei ein guter Verdränger (für Probleme). Natürlich mag das so sein, natürlich bin ich daran nicht schuld, denn man hat mir diese Fähigkeit in die Wiege gelegt. Aber ich weiss um sie, und ich bin dankbar dafür. Verdrängen schützt die Seele. Dumm nur, dass man dann den Misthaufen vor der eigenen Tür nicht mehr sieht. Nur gelegentlich poppt da etwas auf, und man denkt nur noch „Oh Schiet, hau ab, mach dorthin, wo Du hergekommen bist – ins Unterbewusstsein!“ Wenn mir das oft genug passiert, sehe ich dennoch meinen Misthaufen , der mich mahnt: Wachstum unvermeidlich, aber bitte nur in kleinen Portionen. Nicht wieder die brutal schweren Ladungen vom Riesenrindvieh!

Sollte ich Fehler machen – mein Wirkungskreis ist sehr, sehr klein. Ich werde die Ökonomie in DE kaum ins Wanken bringen.
Wenn die Bundesregierung Fehler macht, dann wackelt der ganze Staat.
Dennoch muss aus moralischem Grund gelten: Wenn ich auch nur eine Person schwer schädige, hat dies dasselbe Gewicht wie das Vergehen des Riesenrindviehs aus Berlin. Das sagt mir meine Moral. Die ökonomiosche Betrachtung einer Schadenssituation ist für einen solchen Vergleich einfach nicht geeignet. Ich vergleiche ja auch nicht den Protein-Gehalt eines Sacks Sojabohnen mit dem einer Stubenfliege.