136 – Snob

Ein britischer Kommentator erzählt die Geschichte eines jungen Engländers aus dessen jüngster Vergangenheit. Die Story ist wahr, und ich trage sie weiter in einer auf das Minimum gekürzten Form, also auf deutsche Art eingedampft.

Besagter Jüngling, Physik-Student im 2. Semester, vermutlich um die 20 jahre alt und aus wohlhabendem Hause floh vor der Langeweile, indem er sich als „danger tourist“ aufmachte in ein Kriegsgebiet, nach Afghanistan. Dort suchte er sich einen Fremdenführer und einen Dolmetscher, und genoss die Kriegshandlungen. Irgendwann bekam er kalte Füsse, es wurde ihm zu gefährlich, und er wollte zurück reisen in seine Heimat. Dieses Vorhaben gestaltete sich als zu schwierig für ihn, und er suchte vergeblich Hilfe in der britischen Botschaft. Die Leute inklusive Botschafter waren alle weg. Danach fand er Unterkunfrt in einem national betriebenen und später einem durch die UN betriebenen Safehouse. Diese Orte sind sicher, weil geheim. Dann ist er auf irgendeine Weise doch zurück nach England gelangt.
Wie ist uns nicht bekannt.

Während seines Aufenthalts in Kabul hat er eifrig gefilmt, wie man das so macht mit seinem Handy, und die Videos anschliessend mit Text unterlegt, und alles ins Netz hochgeladen. Auf diese Weise hat er seinen Guide und seinen Dolmetscher sowie deren Familien an die Taliban verraten. Ausserdem hat er beide Safehouses gefilmt unhd mit der Veröffentlichung bewirkt, dass die anderen Insassen in Gefahr gerieten und die Häuser bekannt wurden, also nicht mehr sicher sind. Zudem ist er in Kabul als Lord Miles aufgetreten; das ist nach britischem „Recht“ Hochstapelei und strafbar. Als falscher Lord genoss er vor Ort auch noch materielle Vorteile, was seine Situation zu Hause verschlimmert.

Man stellte fest, dass diesem Typen nicht bewusst war, auf welch dumme Weise er in Afghanistan Menschen, die er schätzte, in Lebensgefahr brachte.

Nun fragt man sich in UK, wie es geschehen kann, dass ein Erwachsener mit dem Intellekt eines 7-jährigen solche Schäden anrichten kann. Man fragt sich auch, wie bescheuert seine Eltern sein müssen, wenn sie eine derartige Brut heranzüchten. Und man müsste sich fragen, wieviele von dieser Sorte die Politik des Landes bestimmen – da liegt ein Verdacht besonders nahe.

Vorsicht! Dieser John Doe ist ein Einzelfall und kann nur als Karikatur weiterverwendet werden!

2 Antworten auf “136 – Snob”

  1. …der Typ wird auch noch online dafür gefeiert, dass er aus Narzissmus, gepflegter Langeweile und dreist-dummer Überheblichkeit nach Kabul geflogen ist um den Fall der Stadt mitzuerleben und in real time auf Instagram und Facebook darüber zu prahlen.
    Ein starkes Stück…
    – er hat sich einen Adelstitel angemaßt, weil er dachte die brit Regierung würde ihn eher freikaufen falls er gekidnappt wird (dabei hätte er höchstens das Lösegelfd in die Höhe getrieben)…Lord Miles
    er hat den falschen Titel betrügerisch benutzt, um kostenlose Leistungen zu erschleichen
    – er hat seine lokalen Reisehelfer gefährdet, indem er mit Ihnen zur brit Botschaft gelatscht ist, weil er meinte die Botschafter müssten ihm bei der Ausreise helfen
    – dann ist er weiter mit seinen Reiseorganisatoren trotz Belagerung durch die Taliban zum überlaufenen Airport gelaufen, um dort die brit. Botschafter persönlich zu finden
    – als ihm das nicht gelang, ist er tatsächlich zurück zu seiner Unterkunft, anstatt am einzigen gesicherten Ort mit NATO Kräften und vertraglich beschützten – dem Flughafen – zu bleiben.
    – sein erstes Versteck war ein Haus des geheimen Widerstandes gegen die Taliban. Und was tut Lord Miles? Er filmt es von außen und innen und veröffentlich Lage, Gastgeber /Widerstandsleute und Ausstattung online
    – nachdem er die Namen, Familieninfos, Vita und VISA Anträge seines lokalen Übersetzers und lokalen Reiseführers ausführlich geschildert und gezeigt hat.
    – Dann musste er umziehen in ein geheimes Safehouse der UN , dessen Standort & Bewohner samt Anzahl der Soldaten er umgehend auch online verraten hat
    – ja, es ist „Lord Miles“ mit Hilfe gelungen, voller Heldenstolz und Selbstgefälligkeit wieder auszureisen mit einer Militärmaschine., somit hat er einem echten Flüchtling auch noch seine letzte Chance genommen, das Land rechtzeitig zu verlassen.

    Britische Touristen auch sonst oft eine Zierde des Landes…aber bei „Lord Miles“ hofft man, dass ihm sein Karma ereilt.
    Ich kann gar nicht so viel futtern wie ich kotzen möchte, wenn ich dieses Low Life sehe.

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