131 – British

Nach 28 Stunden Langeweile findet sich endlich wieder ein Highlight aus Kleinbritannien. Diesmal geht es um Afghanistan. Dort hatten sich die Briten mit breiter Brust an der Seite ihres heldenhaften Partners USA engagiert, und nun gucken sie wie alle dumm aus der Wäsche. Das führt zu Diskussionen, und die Wellen schlagen hoch. Ein halbes Inch hoch. Das ängstigt.

Die Regierung wusste seit Monaten, dass eine Evakuierung ansteht. Und man hat in bewährter Manier nichts vorbereitet. Nun fing die Hütte an zu brennen. Eine Unverschämtheit, dies in der Urlaubspause anzuzetteln. Erst mal hat man wieder nichts getan, und dann ist die halbe Regierung in den wohlverdienten Jahresurlaub abgedampft. Beispiel: Der Aussenminister Dominic Raab lümmelt auf Kreta herum, kriegt wegen Afghanistan einen Anruf, weil man eine Entscheidung gut gebrauchen könnte, und er wimmelt den Anrufer ab: „Lass mich in Ruhe, ich bin im Urlaub!“ Andere Grössen hatten auch keinen Bock, und so verzögerte sich die Evakuierung der eigenen Leute – man war das Schlusslicht in diesem Job. Keiner weiss, ob man noch alle Betroffenen aus dem Land schaffen kann.

Nicht vergessen: Wieder einmal hat sich die deutsche Administration bei der Bewältigung von Krisen als unfähig erwiesen. Bei uns war der Verlauf wie bei den Briten, nur: Unsere Verwaltungseinheiten sind einfach mit dummen Leuten besetzt. Die Briten sind dagegen nahezu charmant, denn hier ist es die Faulheit, die zu Problemen führt. Sie sitzen in ihrem Club bequem im Ledersessel, ein Gläschen Portwein in der Hand, und sinnieren ins Kaminfeuer: „Oh! Da war doch noch etwas! Was war das noch? Edward, erinnerst Du Dich noch? I believe it was an unpleasant issue!“

Wen wundert es, dass in GB das Bier alle ist!