125 – Erfolg !

Wenn ich in unserer Küche am Herd stehe und irgendetwas zubereite, so mutiere ich zum Volldeppen.

Ich hocke am Tisch und schnippele Gemüse. Das dauert Stunden, denn meine Finger kommen noch mit dem Gemüse zurecht, aber nicht mit meinem Kochmesser. Darum schneide ich mit Bedacht und Vorsicht, und das dauert, sodass meine Tochter dann lieber ins Bett geht, als mir zuzuschauen. Am folgenden Morgen bin ich in aller Regel damit fertig.
So bin ich. Pingelig? Ich lege keinen Wert auf Akkuratesse, oder Schönheit – ich mag nur kein Blut im Porrée.

Wenn dann meine Minestrone fast fertig ist, und ich schmecke ab, dann stelle ich wie immer fest, dass ich das Salzen vergass. Nun kommts. Ich weiss, wie man mit Salz umgeht. Dennoch, und aus unerfindlichem Grund greife ich ins Salzfass, schöpfe eine Handvoll raus und werfe sie in meine Suppe. Das macht meine Mahlzeitz ungeniessbar. Wegschütten geht nun nicht, weil ich so lange geschnippelt habe. Also Pfuschen, bis die Minestrone wieder geniessbar ist – ich habe da so meine Methode. Nur – wenn ich fertig bin, ist im Topf keine Minestrone, sondern eine namenlose Mumpe. Egal. Hauptsache, sie ist geniessbar, und sie macht satt. Icdh biete meiner Tochter an, mitzuerssen, und beobachte, wie sie langsam grün im Gesicht wird. Ein stilles Vergnügen, und nicht gerade anständig.

Nun ist es mir gestern gelungen, ein Rührei mit Pilzen anzufertigen. Die Pilze waren gebraten, nicht gekocht, das Rührei saftig, wie es sein soll, und ich habe – wie es der Zufall bestimmte – korrekt gewürzt. In meiner chinesischen Reisschale sah das Rührei allerdings aus wie Katzenkotze, ungelogen!
Aber lecker! Nächstes Mal werde ich das mit Sonnenbrille auf der Nase essen. Das gibt dann eine bessere Farbe auf dem Teller. Oder ich brate das Ei separat, und füge später die Pilze dazu, ohne alles umzurühren.

Oh Mann, bin ich gut! Diese Körperbeherrschung beim Salzen!