118 – Starost

„Starost nje radost!“ Der Sozialismus bringt es halt auch nicht. Auch die Russen wissen, dass Alt werden keine reine Freude ist.

Ich musste das heute früh wieder einmal erleben. Denke so sinnig, heute tue ich mir mal etwas Gutes an und frühstücke mit ein wenig Toast, die Röstmaschine steht eh immer betriebsbereit, und was ist? Ausgerechnet heute ist die Brotkiste leergefre ….. leergegessen. Ich sass belämmert davor und starrte ungläubig in diese leere Höhle, und dachte so für mich: Wieder einmal einen Schritt zu spät dran! Und damit deute ich das eigentliche tragische Element an ….. ich bin zu langsam, und dies anscheinend in vielerlei Beziehungen. Ob es Fruchtjoghurt ist, oder die Möhren-Ingwer-Suppe ….. ich komme immer zu spät. Selbst beim gemeinsamen Tischgebet bin ich hinten dran. Wenn die anderen beim abschliessenden Segenswunsch sind, krebse ich immer noch beim „Dein Reich komme“ herum. Oder die anderen trinken bereits den Sossenrest aus ihren Tellern, da habe ich gerade mal die Hälfte meiner Portion geschafft und den Salat noch nicht angerührt. Und das ist tragisch. Wenn ich das letzte Salatblatt eingeschoben habe, ist das Dessert längst komplett aufgegessen, und ich darf die grosse Schüssel auskratzen. Und dabei denke ich dann stets an die Haut auf dem Schokoladenpudding.

Ich wollte das nur mal gesagt haben. Zieht Euch warm an! Der Winter steht vor der Tür, und der bringt ein wenig mehr als nur Frost in den Knochen.