113 – Vaterrlandsverräter

Es gibt einen nationalen Egoismus. Was ein Fehler bei einem einzelnen Menschen ist, kann das eine Tugend bei einem Volke sein?

Jean Antoine Petit-Senn , französisch-schweizerischer Lyriker (1792 – 1870)

Meine Antwort auf diese Frage lautet: J E I N !

Die Frage ist hinterhältig.

Ein JA ist zulässig in einer pluralistischen Gesellschaft wie die der EU; schliesslich geht es um der Erhalt und das Ausleben eines Wertesystems, einer Kultur, die andere Völker ablehnen, weil sie ihre eigene eingebracht haben. Die Art und Weise dieses Auslebens soll hier vernachlässigt werden, auch wenn manche Formen lächerlich und damit abschreckend sind.

Ein NEIN ist ebenfalls zulässig, weil nationaler Egoismus stets ein Hindernis darstellt, das eine Entwicklung hin zu einer Annäherung, zu Empathie und anderen Werten dieser Ordnung bremst bis unmöglich macht. In ökonomischen Wettbewerbssituationen zeigt er sein übles Gesicht in aller Deutlichkeit. Zum Sport habe ich meine Meinung in Beitrag 91 überdeutlich formuliert – kam anscheinend nicht gut an. Dennoch: Man sollte eine gute Leistung würdigen, und meinetwegen auch mit Fähnchenschwingen. Sportler haben sich das verdient. Aber was darüber hinausgeht, kotzt mich an.