105 – Kopfsalat

Seit unser Garten zum Biotop wurde, also ein Mikro-Lebensraum, ist auch Leben eingekehrt, und wie es sich gehört Vielfältiges. Der einzige, der dort nicht gedeiht, bin ich. Ein Grund, wegzubleiben.

Meine Tochter, eine gelernte Juristin vollzieht gerade ein Downgrading, indem sie sich der Landwirtschaft zuwendet. Da wurde Gemüse im freien Beet angepflanzt, und die Erfahrung geerntet, dass in der Kette der Gemüsekonsumenten die Schnecken v o r dem Menschen rangieren. Der Ertrag für mich tendiert gegen Null.

Eine Juristin nimmt das nicht hin. Sie pflanzt nun schneckensicher in hochgestellten Blumenkästen und -töpfen. Wer als Schneck braun ist, und kein Haus auf dem Buckel trägt, ist zum Tod verurteilt. Die Hinrichtung wird an Ort und Stelle vollzogen. Nun ruhen einige hundert Schnecks in Massengräbern, und es herrscht im Gemüse scheinbar Ruhe. Scheinbar!

Neu: In einem Blumenkasten waren 3 Setzlinge der Marke „Kopfsalat“ am Sichentwickeln. Drei Nächte in geschütztem Raum, und es stehen dennoch nur noch die Mittelrippen der Blätter. Schnecken waren es nicht. Neue Erfahrung: Der Kahlfrass kommt aus dem Blumenkasten. Dort sitzen sogenannte Erdraupen. Die fressen wie bekloppt, und werden so fett wie mein kleiner Finger links.
Konsequenz: Es wird schon wieder nichts mit selbst gepflanzen Salat!

Es könnte sein, dass man Pflanzerde mit Eiern des Eulenfalters kauft. Dann kannst Du eine ganze Kompanie dieser hübschen Tiere ausschwärmen sehen. Sie haben nur ein Auge aufgemalt, nicht zwei wie das Tagpfauenauge.

Am Rande: Es gibt eine eklatante Steigerung, mit den Termiten. Die fressen keine Gemüsepflanzen, sondern halbe Häuser.