60 – Like

Es sind nun doch schon etliche Monate der Texteschreiberei. Inzwischen habe ich 3 Blogs in die Tonne getreten und bastle am 4. herum. Aber bei einer Sache stochere ich immer noch im Nebel.

Was bitte bedeutet ein Like?
Was, wenn ein Text meisterlich formuliert, das Thema aber unpopulär ist?
Oder umgekehrt, Schreibstil schwach, Thema populär?
Stil und Thema Mist? Aha, kein Like.
Stil und Thema gut? Like oder auch nicht, weil man gerade schlecht gelaunt ist?

Auf die Spitze getrieben: Da gibt es ein grossformatiges Bild von Joan Miró mit dem Titel „L’etoile bleue“, der blaue Stern. Abstrakt, blauer Grund mit fast nix drauf. Gekauft für 30 Mio. oiro. Liken, oder nicht?

Der Oberlehrer predigt: Kunst ist kein Konsumgut!
Man macht ein Kunstobjekt nicht nieder wie eine Schüssel Pudding!
Kunst fordert Weiterverarbeitung mit den eigenen Kräften des Geistes bis zum einem Punkt, wo man sich einen sehr persönlichen, aber emotional sicheren Standpunkt erarbeitet hat. Wenn’s dann passt, hast Du einen Gewinn erzielt, einen Freund fürs Leben gewonnen. Und Du wirst 10 Likes raushauen.

Was hat das mit meiner Schreiberei zu tun? Na, hier wäre der Prozess der gleiche. Aber ich koche halt viel Pudding.

  1. Gute Frage, es ist ja komplex. Also wenn ich like heißt es, das ich es gelesen habe. Mit „gefällt mir“hat das bei mir nur sekundär zu tun, und wenn es etwas in mir resonant bewegt, anspricht tiefer geht, geb auch mal einen Kommentar. Grüzi.

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