50 – Lyoner

Der Urlaub war zu Ende. Auf der Rückfahrt zum Autozug hatten wir noch eine Kleinigkeit gegessen. Beim Verlassen des Restaurants fiel mir ein Schaukasten auf, der Essbares aus Lyon anpries.Ich kaufte rasch einen Ring Fleischwurst für die Abendmahlzeit.

Der Gastronom erklärte uns, er hätte einen Freund in Lyon, der sich in dieser Feinschmeckerstadt gut auskennt, darum würde er erstklassige Ware anbieten können. Um es kurz zu machen: Diese Lyoner war die weitaus beste, die mir je auf den Teller kam. So habe ich gelernt, wie Fleischwurst schmecken soll.

Der Haken: Nirgendwo in Deutschland bekommt man diese Qualität. Und das, was aus der Wurstfabrik kommt, oder von einem dieser unambitionierten Metzger lehne ich seitdem ab.
Standardspruch: „Ich esse keinen Dreck!“ Meine Messlatte liegt nun unerreichbar hoch.

Nenne es snobbish, oder dumm – mir egal.

Das Geschäftsmodell der jungen „Meister“: Viel Geld für wenig Arbeit. Produkte, auf die man stolz sein könnt, sind zu teuer.
Gemeint ist, dass sie mehr Zeit erfordern. Über den Handwerkern schwebt riesig das AUS – sie sehen es nicht. Ich habe in meinem Sichtfeld drei Betriebe in der Pleite gesehen.