45 – Titi

Es wäre nicht vertretbar, Titi einen Stubentiger zu nennen. Nun hat sie sich als nahkampf-untauglich erwiesen. Sie war ein em 40-kg-Rottweiler nicht ebenbürtig, hat ihm nicht die Schnauze poliert, sondern ist geflüchtet. Leider war ihr auf dem Weg zum nächsten Baum ein Drahtzaun im Wege, und sie schaffte den Sprung darüber nicht, hing im Geflecht, und rutschte daran herunter. Nun sind ihre Füsse ramponiert und schmerzen.

Der Tierarzt hat alles sauber und hocheffizient verbunden. Die Verbände sind für sie ein schweres Handicap. Wenn sie hochspringen will, flutschen ihr die Hinterbeine weg, und sie landet auf dem Bauch. Selbst ihr normaler Passgang hat nun etwas Künstliches. Die schlechte Laune ist ihr anzusehen. Ich bleibe lieber auf Distanz.

Die zweite Katze, Cilla mag nicht gestreichelt werden. Nix zu holen. Aber unser Hausfreund Finnegan, der Kater hilft da aus, sobald er alle Näpfe leergefressen hat. Das macht er auf besondere Weise. Wenn drei Näpfe mit Futter verfügbar sind, frisst er abwechselnd aus allen dreien, hin und her pendelnd, und das ist es wohl, was er unter Menue versteht.
5 Rationen sind für ihn kein Problem, denn er braucht das. Er ist so fett wie ein Sack voller Kochlöffel.

So habe ich die Futterkosten für 7 Katzen am Hals, und für mich bleiben pro Tag 2 Scheiben Brot mit ohne alles drauf übrig. Unfassbar, dass man auf eine so dumme Art die Altersarmut kennenlernen muss. Durch einen bräsigen Rottweiler! Ich fass‘ es nicht!