Nachgedacht

Zur Kursbestimmung

„Das Gewissen ist der Kompass des Menschen.“
So weit Vincent van Gogh.

Hä? Zu kurz gesprungen, Vince!

Gewissen behindert. Es weckt Zweifel. Es verlangt Prüfungen. Es kann verbieten.
Menschen ohne Gewissen gehen dagegen ihre Wege durch das Leben ungehindert und auf direkte Weise. Auch sie halten Kurs! Denn schon vor Bertolt Brecht, und danach, bis heute gilt, was ein Kompass sagt: Erst kommt das Fressen, dann die Moral. Und ich sage dazu: Wenn die Moral n a c h dem Fressen kommt, ist sie nutzloses Beiwerk wie Semmelbrösel auf der Sahnetorte, wenn die schon aufgegessen ist. Gut genug für die Bürger, dieser Rest. Und das Schöne ist, dass Grenzen zur Kriminalität gar fliessend sind. Wird man bei einer amoralischen Schweinerei erwischt, so kann man sich immer aus der Klemme herausreden.

Technisch betrachtet ist der Kompass als Werkzeug primitiver als ein Hammer.
Ein frei bewegliches Stückchen magnetisiertes Metall tüddelt so lange herum, bis sein magnetischer Nordpol zum geografischen Südpol zeigt. Damit ist der gesamte Prozess abgeschlossen. Der Südpol des Metallteils muss nun zwangläufig zum Geo-Nordpol zeigen. Und das ist i m m e r so! Und das Gewissen des Menschen? Eine Variable! Vielleicht mit öffentlichen Moralvorstellungen behaftet, aber individuell modifiziert.
Zumindest ist es wie ein Werkzeug. Man kann es benutzen, oder in der Schublade liegen lassen.

Idealismus vs. Realismus – The winner is ….. ?