Allgemein

Farbe, ein Wesen reiner Vernunft?

„Bisweilen stelle ich mir die Farben als lebendige Gedanken vor, Wesen reiner Vernunft, mit denen ich mich auseinandersetzen kann.“

Paul Cézanne (1839 – 1906), französischer Maler

Und ich stelle mir vor, wie Cézanne in eine Farbdose spricht, hier mit Gelb diskutiert, warum es sich so ungeschickt anstellt bei der Darstellung des Sonnenlichts in der Provence und nicht genügend Strahlkraft auf die Leinwand zaubert.
Offenbar haben sich andere Farben eingemischt, über Möglichkeiten der Abhilfe wie Kontraste, Schattierungen usw. nachgedacht, und der Alte mit dem Quast in der Hand hörte hin. So sind Cézannes zauberhafte Landschaftsbilder entstanden.

Ich mag seine Art, mit Farben umzugehen; er hat sich mit sicherer Hand und trotz endloser Zweifel in den Impressionismus hineinentwickelt. Ich mag eines seiner Bilder besonders gerne, den „See von Annecy“, und dies trotz und wegen des Missgriffs in einen roten Farbtopf für das Dach eines winzigen Häuschens – ein deplacierter roter Tupfer in einem Meer von Blau und Blau/grün. Absicht oder Versehen? Es war wohl Absicht.