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China-Impressionen

Ich habe es erlebt. Keine Currywurst. Kein Hotdog. Nicht mal ein Pärchen Wiener Würstchen gibt es in den Tempelanlagen Chinas zu kaufen. Man kann verhungern, und vor einem liegt ein halbes gebratenes oder geräuchertes Spanferkel, mit dem der steinerne Buddha hinten in der Hütte weiss Gott nichts anfangen kann.
Ich habe es erlebt. Ich habe wegen Currywurst 19 Tempel besucht – vergebens.
Chinesen suchen etwas anderes. Sie suchen Seelenheil und die Hilfe Buddhas in besonderen Lebenslagen. Dafür suchen sie einen Tempel auf und beten. Das, obwohl der Buddhismus keine Religion ist. Gautama Buddha war nie ein Gott, sondern nur ein Weiser.

Da kommt ein chinesischer Businessman im Nadelstreifen mit Aktenköfferchen. Man sieht, der hat etwas vor. Er zündet Räucherstäbchen an und beten knieend. Dann geht er nach hinten, wo etwa 20 Wahrsager in kleinen Kabuffs warten. Er sucht sich einen aus, geht rein, und dann dauert es. Der Wahrsager liest aus irgendwelchen beschrifteten Holzklötzchen, macht eine Vorhersage für ein Geschäft, das der Businessman nun abwickeln will. Diesem Kunden gefällt nicht, was er hört. Er beginnt zu verhandeln, bis der Wahrsager äusserst positiv vorhersagt. Der Kunde geht. Setzt sich in seinen Daimler und fährt los – bis zur katholischen Kirche. Dort legt ein ein Stopp ein, um zu beten. Könntest Du ihm dann noch einen Medizinmann der Navajo-Indianer unterschieben – er nimmt mit, was er kriegen kann. Dann endlich macht er sein Geschäft.

Übertrieben? Falsch. Ich war Augenzeuge, in Hongkong, drüben in Kowloon.

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