Über

Alles Käse?

Hier sitze ich, ich kann nicht anders!

Ich käme niemals auf die Idee, Gästen ein Fondue, ein Raclette oder ähnliches anzubieten. Nachdem ich vieles durchprobiert hatte, ist bei mir ein Gefühl zurückgeblieben, wie ich es bei einem Rhinozerus vermute, wenn man versucht, es mit 30 Hirsekörnern zu füttern mit der Methode „Korn für Korn“ wegen der besseren Verdauung.

Aber wie es sich gehört: Ich mache eine Ausnahme, und das aus Enthusiasmus, nämlich für das Schweizer Käsefondue. Ja, ich gehe so weit, zu bekennen: Für mich ist es die Krönung aller Käse-Angebote auf meinem Tisch. Grund genug, etwas zu tun, was ich in meinem Blog vermeide und mit der mir eigenen Bescheidenheit den Kochexperten überlasse, nämlich ein Rezept abzukupfern (guteküche.at). Es ist für 6 Portionen ausgelegt, was für mich bedeutet, dass 4 Personen am Tisch sitzen, die gleich gepolt sind, also spitz auf Käse, Wein und humorige Kommerntare zur Regierungspolitik aus Bern oder Berlin. Man benötigt

1 guten Fonduetopf mit Rechaud
4 langstielige Gabeln
1 Stk Knoblauchzehe
400 g Emmentaler
400 g Greyerzer (Käse)
350 ml Trockener Weißwein
50 ml Kirschwasser
1 EL Speisestärke
1 Prise Salz
1 Prise Pfeffer
1 Prise Muskatnuß (gerieben)
4 Flaschen Gutedel, korrekt gekühlt
1 Unmenge Baguette
und sonstigen Kleinkram wie Teelichter usw.

Der Fonduetopf wird mit der Knoblauchzehe gut ausgerieben. Danach die Knoblauchzehe pressen und mit dem fein geschnittenen (oder gehobelten) Käse und dem Wein bei mittlerer Hitze im Fonduetopf auf dem Herd, unter ständigem Rühren erwärmen und zu einer glatten Cremé verrühren.
Anschließend die Speisestärke (wie zum Beispiel Maisstärke, Kartoffelstärke oder Reisstärke) und das Kirschwasser miteinander verquirlen, in die Masse einrühren und nochmals kurz aufkochen lassen.
Zum Schluss noch nach eigenem Geschmack mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen.
Über einem Brenner wird der Topf nun serviert. Dazu wird in Würfel geschnittenes Baguettebrot gereicht.

Tipps:

Beim Schmelzen des Käse sollte man ständig aber langsam, mit einem Holzlöffel rühren, damit alles schön cremig wird.

Es können natürlich auch andere Käsesorten (Bergbaron, Bergkäse, …) verwendet werden oder auch miteinander kombiniert/gemischt werden.

Nicht nur Baguette, sondern auch Ciabatta, oder einfach getoastete Brotscheiben sind für ein Käsefondue geeignet. Aber auch Apfel- oder Birnenstücke sind einen Versuch wert.

Als weitere Beilagen, die nicht in den Käse getaucht werden, eignen sich Oliven, Peperoni, Gewürzgurken, Weintrauben, Schinken, Tomaten oder auch ein normaler Blattsalat.

Wein:

Der Klassiker zum Käsefondue ist der Schweizer Weißwein Chasselas, auch als Gutedel bekannt. Auf jeden Fall sollte es ein trockener, und nicht aromatischer Weißwein sein.

Ach ja !

Wie nicht anders zu erwarten hat die Veranstaltung einen oder zwei Haken.
Ich zähle meinen Weinbestand, und es fehlen plötzlich 5 Flaschen.
Ich habe fast ein Kilo Käse gekauft, und dabei wegen der Preise ein wenig geweint – nichts mehr da.
Und es ist kein reines Vergnügen, den Fonduetopf sauber zu kriegen; die IKEA-Teelichter darunter lassen den Käse dann doch mal anbacken – dann wird es ein wenig ungemütlich in der Küche! Aber mit Hammer, Meissel und ein wenig handwerklichem Geschick kriegt man den Pott wieder hin, fürs nächste Mal.
Und noch eine Warnung: Dein Suppentopf geht schon mal garnicht. Den auf einem Rechaud – ein Partykiller. Du bist nicht auf’m Campingplatz!
Und hast Du Käsefondue im Flokati, so hilft eine grosse Schere am besten.

Aber sonst ist wirklich alles schön!