Nachgedacht · Politik / Polemik

Sacrum Imperium

Sacrum Romanum Imperium Nationis Germanicæ – Ja ! Das waren noch Zeiten!
Da lebte im 10. Jahrhundert ein Sachse namens Otto Luidolfing, der zum Ende seines Jahrtausends zum deutschen Kaiser gemacht wurde. Er und seine Nachfolger rafften an Land zusammen, was man kriegen konnte, und irgendwann im 13. Jahrhundert hatte man genug gesammelt, um sich mit dem Titel „Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation“ schmücken zu können. Der Staatenbund entwickelte sich, wie es sich gehört. Erst wachsen, dann schrumpfen und zerfallen; immerhin hat das Ganze bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts zusammengehalten – dann kam Napoleon und räumte ab.
600 feudalistische Jahre landeten in der Mülltonne, und man begann von vorne.

Aber wer hat regiert? Spätestens im 16. Jahrhundert wurde offenbar: Es ist das Geld. Jakob Fugger von der Lilie und sein Neffe Andreas Fugger haben den Adel mit Geld für sich und ihre Geschäfte domestiziert.

Und was haben wir heute? Was ist anders als die Welt der Fugger-Familie aus Augsburg?

Der aktuelle Staatenverbund nennt sich „EU“. Schon das „U“ ist fehl am Platz. Man müsste von „ES“ reden, vom Europäischen Sauladen, einer katastrophalen Fehlkonstruktion.
Man schmiert keine Kaiser, sondern Präsidenten, Kanzler und dergleichen.
Aber wie damals: Das Geld regiert die Welt.

Ja, das ist gewiss ein blöder, abgedroschener Spruch, aber er trifft ins Schwarze. Geändert haben sich nur Mittel und Wege. Es entsteht ein neuer Feudalismus, der Begriffe wie Staat, Nation etc. ad absurdum führt. Globalisieren statt globulieren!

Fast hätte ich sie vergessen, die witzige Figur, die man früher „Bürger“ nannte, oder auch Staatsbürger. In der antiken Polis hatte sie das Sagen, in der modernen Welt das Maul zu halten und für die Reichen zu malochen. Wir unterscheiden diese Gruppe nach arm und nicht arm. Die Nicht Armen kreisen in ihrem eigenen kleinen Universum um sich selbst, können und wollen die Welt und die Entwicklung der Gesellschaften erst garnicht sehen.

Ich könnte weiter räsonieren bis zum St. Nimmerleinstag – brotlose „Kunst“. Aber ein Leckerli muss ich noch loswerden:
Dominic Cummings, Boris Johnsons gefeuerterm Chefberater beginnt einen Kleinkrieg gegen seinen Ex-Boss. Nun hat ber veröffentlicht, dass die Johnson-Truppe beim Hochkochen der Corona-Epidemie absichtlich nichts unternommen hat, ausser mit ersten Zahlen hochzurechnen, dass man mit bis zu 500.000 Toten zu rechnen hätte; als der Weg zur Herden-Immunität nicht mehr zu halten war, hat man Schein-Aktivität an den Tag gelegt. Spruch: „Sollen sie halt die Leichen stapeln, wenns zu viele werden!“ Dann haben sie sich und anderen mit Teilen des Covid-Budgets die Taschen gefüllt. Ist das nicht lustig? Man berichtet in Klein Britannien darüber – und es bleibt ohne Konsequenzen, was nur eines bedeutet: Weitermachen, bis der Arzt kommt!