Politik / Polemik

Wir wählen

Das da oben ist ein typisches Wahlplakat einer der etablierten Parteien. Es verspricht einen Wechsel. Klein Dööfchen glaubt nun an einen Wechsel der Politik zum Besseren, was immer die Phantasie dazu hergibt. Bürger mit politischer Bildung wissen es besser. Jene, die so plakatiert haben, wechseln am Wahltag die Unterhose, und das war’s.

Anders: In der Zeit vor Wahlen werden Wahlprogramme geschrieben. Wer braucht denn sowas?

Die Kandidaten brauchen sei als Erinnerungshilfe für alles, was getan werden müsste. Die Wahlprogramme beschreiben nie, was wirklich in der Zukunft auf dem Arbeitszettel stehen wird.

Parteiprogramme? Sie bestimmen, wo und wie sich eine Partei in der politischen Landschaft eingeordnet sieht. Sie sollten eigentlich die Basis für Wahlprogramme bilden. Aber man formuliert kunstvoll so weit in Theorien und Utopien hinein, dass man nicht festgenagelt werden kann.

Dann ist er da, der Wahltag. Ich stehe in Schlappen vor meinem Küchenfenster und starre in grüne Hecken. In meinem Hinterkopf steigt es auf, das Gespenst der staatsbürgerlichen Pflicht. Ich kratze mich am Hintern, aber das hilft nicht. Der Gedanke dominiert, dass ich 4 Jahre lang der letzte Arsch war, den man nach Belieben täuschen und betrügen darf – und plötzlich dieser Adel! Ich bin nun ein Staatsbürger!

Ich brauche nur 3 Minuten, um zu bemerken, dass man mich schon wieder verarscht. So eingestimmt checke ich die Kandidaten und ihr politisches Wirken in den vergangenen vier Jahren. Die sozialen Misstände in der BRD fallen über mich her wie ein Mückenschwarm. Und in einem Konglomerat von Wut, Trauer und Enttäuschung wähle ich. Zu Hause, in der Küche. Ich wähle eine zweite und eine dritte Tasse Kaffee. Mein Kreuzchen gehört mir, und das behalte ich !

Als Nicht-Wähler stärke ich die Extremisten? Was ist, wenn ich das will?
Ha, ha, haaa!

Ein Kommentar zu „Wir wählen

  1. Ehrlich, Extremisten stärken? Demokratie tut weh, aber Extremismus bringt Menschen um. Sieht man in der Pandemie , ja, auch hier ist nicht vieles gut gelaufen, aber verglichen mit den populistisch/extremistischen Staaten geht es uns hier doch gut. So trägt ein/e jede/r ihr/sein Kreuzchen wa?

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