Leichte Kost · Politik / Polemik

Moderne Piraten

Ein deutscher Beamter, der in der EU beschäftigt wird und mit den Briten zu tun hat, zeigt hier seinen Gemütszustand – reine Verzweiflung.

Nun weiss man, wie deutsche Beamte so ticken. Sie bewältigen Rechtsvorschriften tonnenweise, graben Hektar um Hektar Acker um, weil sie ja „wissen“, dass irgendwo das Körnchen Gold schlummert, mit dem man das Salamiproblem lösen könnte (ich meine die Wurst, nicht die Wurstscheibe).
So sind sie halt, und deshalb müssen sie leiden.

Wer dagegen klar im Kopf ist, hat die Briten längst verstanden:

Sie wollen überall mitmischen. Sie schätzen es sehr, dabei Einfluss auszuüben. Wenn 10 Staaten etwas verhandeln, so gilt das Ergebnis für 9 Staaten. So hat man sie unter Kontrolle. Aber es gilt nicht für Britannien. So kann man machen, was man will, also was den grössten Nutzen bringt.

That’s all. Mit dieser Grundhaltung sind die Briten der EU beigetreten. Das Muster findet sich über die gesamte Dauer des Brexit-Gewürges wieder, und dies in verschiedenen Varianten, aber immer fundiert durch die Biblia Britannica, die mit dem Leitsatz „Nehmen ist seliger denn Geben“.

Tragisch, dass einem Deutschen diese Denkweise so sehr fremd ist. Er will Handel, also Geld gegen Ware, und der Brite ist Freibeuter – er will Geld u n d Ware.

Das ist doch sooo leicht zu kapieren – wenn oben in der Schatulle nicht alle Drähte verbogen sind!
Nach meinem Geschmack gibt es dazu nur zwei Verhaltensregeln zu beachten.

  • Man macht sich über sie lustig, wo immer das möglich ist.
  • Man setzt sich nicht mit ihnen an einen Tisch.

Das ist viel zu einfach für einen gewieften Diplomaten, der in einem früheren Leben als Leiter eines Einwohnermeldeamts einen Sessel warm gehalten hatte.

Ein Kommentar zu „Moderne Piraten

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