Über · Leichte Kost

Momentaufnahme

Es ist Sonntag. Ein Tag mit Sonne, und mit frühsommerlicher Wärme. Das hat mich nun doch vor die Haustür getrieben. So sass ich in meinem Rollator draussen und dachte unangestrengt vor mich hin. Beispielsweise konnte ich auf die Reihe kriegen, dass meine Familie über 6 Autos verfügt. Da sind ein Defender, ein neuer Camper, zwei alte PKWs, ein Fahrrad, und ein Rollator. Die Schubkarre zähle ich nicht mit. Nun soll ein PKW verkauft werden. Also waren Fotos fällig, und ich sass recht unpassend. Daraus einwickelte sich der Plan, den alten Mann auch anzubieten, meinetwegen über eBay-Kleinanzeige, mit Hinweisen wie „Alter Mann, 81 Jahre gelaufen, in schwarzem T-Shirt“ und „auch in weissem T-Shirt zu haben“. Heiliger Aloysius, dachte ich, und schaute an mir runter. Die Farbe meiner Unterarme! Die haben Jahrzehnte lang keine Sonne gesehen. Ich überlegte, welche Farbe in das Angebot geschrieben werden müsste – vergeblich. Die Wahrheit: Mein ganzer Korpus ist mittlerweile „farblos und intransparent“. Also nicht mal schweinchen-rosa!

Mir scheint, ich brauche einen Visagisten, der mich präsentabel macht. Präsentabel wofür? Weiss nicht. Keiner weiss, was kommt. Und wer will schon mit dem Habitus des Mehlwurms durch das Leben gehen, oder mit dem Dorfbäcker verwechselt werden, der immer mit mehligem Gesicht aus der Backstube kommt, um einen Korb mit kranken Polenbrötchen aufzufüllen?

Ob ich mir für eine gute Verkaufsshow ein tintenblaues T-Shirt mit Pailetten-Applikation kaufe? Oder habe ich jetzt zu viel Sonne abbekommen? Immerhin sitze ich längst wieder am Schreibtisch und pfeife auf eine Vitamin-D-Dusche. Das wird schon. Das geht wieder weg!