Ein Unglück kommt selten allein

Der Schein trügt. Ich habe keinen Menschen getötet. Es ist auch kein Schwein zu Tode gekommen. Nein, es waren ganz, ganz andere Tiere.

Ich sollte von vorne beginnen, und zwar mit der Feststellung, dass ich Himbeerkonfiture besonders schätze. Deshalb bat ich darum, mir 2 kg Himbeeren und 4 Pakete Gelierzucker mitzubringen. Das hatte auch alles gut geklappt, und bald stand ein grosser Topf auf dem Herd, Gläser und Deckel waren keimfrei bereitgestellt, und meine Himbeeren begannen zu dampfen, bis ….. es war einfach Pech; bis meine Frau den Deckel vom Topf nahm und mich umgehend in der Küche zu sehen wünschte. Sie zeigte stumm in den Topf. Ich schaute hin und nahm die kleinen weissen Raupen in Augenschein, die langsam versuchten, der Hitze des Tages zu entkommen.

Ich weiss heute nicht mehr, was ich mir dachte, Sicher ist nur, dass die Kosten eine Vernichtung der Himbeer-Mumpe buchstäblich verboten. „Ich mach das weg!“, brummte ich, und wartete, bis ich allein war. Dann griff ich zum Pürierstab, und wenig später waren die Würmer weggearbeitet. Ein Test ergab, dass die Aromen der Konfiture in keiner Weise beeinträchtigt waren; zusätzlich beigefügte Proteine machten mein Kochergebnis hochwertig.
Bis dahin war alles noch schön.

Dann kam meine Frau in die Küche, nahm den Deckel vom Topf. Auf der Innenseite hatte sich eine ganze Kompanie Würmer niedergelassen. In der Küche herrschte Totenstille. Meine Frau griff sich den Topf und goss alles in den Ausguss. Dann kam von ihr nur noch:“Ich habe den Pürierstab gehört!“
Sprach’s, und verliess die Küche.

Ich muss sehr alt ausgesehen haben.