Einfach krass (Nichts für zart Besaitete)

Rita war wieder ma l – so ganz ihrem Wesen entsprechend – guter Dinge. Gut gelaunt betrat sie nach einem langen Spaziergang ihre Wohnung, wichte sich im Flur ihre Laufschuhe von den Füssen und lief behende zur Küche. Sie schaffte es noch, einen Fuss durch die Tür zu schieben, dann stockte sie und blieb wie angewurzelt stehen. Schliesslich sass an ihrem Küchentisch ein ihr völlig unbekannter alter Mann. Rasch blickte sie hinter sich; der Weg zur Wohnungstür war frei. Nun bemerkte sie den Gehstock des Alten, der auf dem Tisch lag, und sie hörte, wie der Mann anmerkte, Flucht sei unsinnig.
Rita fasste sich und brachte sich in ihre „So nicht!“-Position. Wer sind Sie und was wollen Sie hier? Sie legte alle Autorität an den Tag, zu der sie fähig war, und das war nicht gerade wenig. Der Alte blieb gelassen, sagte mit ruhiger Stimme, er sei gekommen, um sie abzuholen, und für einen Moment verwandelte sich sein Gesicht in einen Totenschädel. Rita war nicht irritiert. Wie es schien, hatte sie sich sogar auf eine Begegnung mit dem Tod vorbereitet. Ach so! Sagte dies, und setzte sich zu dem Alten an den Tisch. Er erklärte nun, sie hätten modernisiert, und er sei heilfroh, diese verfluchte Sense nicht mehr mitschleppen zu müssen …..

Nun erzählt der Autor über sich weiter:


Es war 14:45 Uhr, als ich über dem Tippen einschlief. Das ist krankhaft, nennt sich Schlafapnoe. Und ich träumte. Hing in meinem Bürostuhl und träumte, ich müsse mal pinkeln. Ich ging in eine mir unbekannte Toilette. Ungelogen, dort stand der Urin 3 cm hoch. Ich latschte durch, um eine trockene Ecke zu finden, spüre, wie ich nasse Füsse kriege, und stehe in einer trockenen, weiss gefliesten Ecke, die sich in einem unbeschreiblichen Zustand befand. Dort sah es aus, als hätten 20 kanadische Holzfäller hingekackt, und ich bin in einen Haufen reingetreten, wischte meinen rechten Schuh an einem Sandhaufen ab ….. den Geruch habe ich jetzt, in wachem Zustand immer noch in der Nase. Immerhin bin ich damit erwacht.

Ich habe mich umorganisiert. Rita ist mir egal. Der Tod auch. Ein Dialog zwischen beiden findet nicht statt. Was interessiert mich nun noch seine Sense! Ich will von diesem Quatsch nichts mehr hören, sehen, riechen. Ich rieche immer noch Scheisse, und werde nun zu meinem Eau de toilette greifen. Iceberg stinkt auch, aber auf angenehmere Weise.

Ach ja. So etwas erfindet man nicht. Ich bin nicht pervers. Jedes Wort im roten Absatz ist wahr. Und ich bin wieder mal von der Rolle. Bedeutet das nun Glück, oder das Gegenteil? Wer kennt sich mit Träumen aus? Oder brauche ich eine Psychoanalyse?

Genau genommen ist mein Traum ein echter Brüller. Endlich weiss ich, was ich unter einem Mittagsschläfchen zu verstehen habe. Ich hoffe, man kann da etwas steuern. Dann träume ich demnächst von einer Grillhaxe aus dem Münchner Augustinerkeller.