Ein Sommertag am See

Ja, es waren schon verdammt heisse Tage, damals, im August 2002. Im Biergarten waren alle Schattenplätze gerammelt voll besetzt, und ich sass in der prallen Sonne, mit einem dieser albernen kleinen Schirmchen auf dem Kopf. Wie es der Teufel will; die Hitze hatte mich ausser Gefecht gesetzt, denn ich bin tatsächlich eingeschlafen.

Aufgewacht bin ich nicht. Nein, ich wurde aufgeweckt. Eine weibliche Stimme zischte direkt in mein linkes Ohr: „Des is itz Numero siebzehn!“ Eine Zenzi goss den Rest meines warmen Biers aus und entsorgte die krumme Mass. Dann brachte sie mir ein eiskaltes Bier in Flasche mit der Anweisung, rasch zu trinken und die leere Flasche in den Schatten unter dem Tisch zu stellen, bis sie wiederkäme.

Im See, direkt unter dem Ufer dümpelten zwei tote Saiblinge. Ich wusste sofort: Was wir da haben ist kein Wetter. Es ist eine Katastrophe. Plötzlich schmeckte das Bier ziemlich bitter.