Spiel mit Worten

Schnullermund macht Ringe rund!
Verspielter Single macht runde Kringel.
Flasche offen? Mach Korken drauf!
(Das reimt sich nicht, aber es dichtet!)

Der Homo ludens ist ein Erklärungsmodell, wonach der Mensch seine kulturellen Fähigkeiten vor allem über das Spiel entwickelt: Der Mensch entdeckt im Spiel seine individuellen Eigenschaften und wird über die dabei gemachten Erfahrungen zu der in ihm angelegten Persönlichkeit. (WIKI)

Einen Zuhälter nennt man Lude. Er sind bekanntlich keine Spieler, sondern eher ein Homo lude. Dann gibt es noch den Homo als Luder. Der ist schon eher ein Spieler.
Das sind nur Randfiguren.

Der spielende Mensch entwickelt sich in der Kindheit. Oder auch nicht. Schauen wir uns ein Gegensatz-Paar an:

Heute, im Jahr 2021 wird der in den ersten Lebensjahren so sorgsam angelegte gedeihliche Weg durch die Kindheit brutal unterbrochen und geändert. Es bekommt ein 6-jähriger ein Smartphone geschenkt. Er lernt spielend, das Gerät zu benutzen. Sobald er die die Technik beherrscht, verliert sich das Spielerische, und er wird zum Konsumenten. Ja, er konsumiert auch Computerspiele.

Der andere Fall: Ich bin Jahrgang 1940. Ein Standard-Spruch lautet: Nach dem Krieg hatten wir ja nichts! Stimmt. Und da war meine Mutter: „Geh raus spielen!“ Und draussen hingen noch 6 bis 8 Kinder herum, und irgendwann wurde die Langeweile unerträglich. Die Hirne waren gefordert, man suchte sich irgendwelchen Krempel oder auch Opa’s Werkzeug und wurde konstruktiv, produktiv, kreativ und was immer sonst noch. Es wuchs das Bewusstsein zu eigenen Fähigkeiten und Schwächen.

Ich rede hier nicht von besonderen Gaben der Nachkiegsgeneration. Unfug! Viele Kinder von heute sind einfach fehlgeleitet, reizüberflutet, wohlstandsgesättigt. Ich fürchte, der Homo ludens stirbt aus. Wer glaubt, ihn beim Roulette, beim Poker oder beim Skat anzutrerffen, hat nichts verstanden. Am Spieltisch herrscht Wettbewerb, das Ego, unter Umständen die Sucht – aber nicht das Spielen. Es ist nur Mittel zum Zweck!

Rauchringe blasen? Das ist Spiel.

3 Antworten auf “Spiel mit Worten”

  1. Na ja, soooo idyllisch ist das Spielen ja auch nicht immer gewesen. Es war schon auch damals Wettbewerb und harte Auslese. Denk an die Fußballspiele: beim Auswählen, wer mit wem spielen durfte, gab es immer lange Gesichter und die Schwächsten stand dann „dumm“ da. Und beim Cowboy- und Indianerspielen wurde auch entschieden, wer tot war und wer weiterspielen durfte. Auch damals wurden die Rang- oder Hackordnungen festgelegt. Beim Drachensteigenlassen war auch derjenige der King, der die meiste Schnur hatte. Und beim Murmelspiel konnte derjenige, der die meisten Murmeln hatte, die anderen allein über die Menge fertig machen. Und wie oft gab es Hauereien und Strassenschlachten und Mitschüler, die in den Schulpausen beiseite stehen mussten und nicht mitspielen durften.

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    1. Du hast natürlich recht. Dieser Teil der Erfahrung gehört allerdings zur kindlichen Entwicklung. Allerdings habe ich jeden Wettbewerb aus dem Sektor „Spiel“ herausgenommen. Warum auch immer man sich die Auge dick gehauen hat – wir haben – in positivem Sinn – gespielt.

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