Büroprobleme

Da sind 14 Büroklammern. 13 sind weiss, und 1 ist rot. Eine Aussenseiterin!
Oh nein, so etwas lieben wir nicht!
Da sind 14 Deutsche, und 13 davon sind Türken! Und einer Spanier?
Unsinn.
Da sind 14 Deutsche, und 13 davon sind deutsch. 1 ist Türke.
Das kommt eher hin.
Aber das lieben wir nicht, im Gegenteil!
Und wo hast Du das gezählt? In der Autowerkstatt?
Und ausgerechnet der Türke hat an Deinem Auto herumgeschraubt?
Schöne Scheisse. Und? Fährt die Karre?
Jaaa, schon. Säuft auch einen Liter Sprit weniger ….
Ahemmmm – scheiss Türk …..
aber die rote Büroklammer, die muss weg!
Häh?
Die muss weg! Die stört das Gesamtbild, die Harmonie!
Gut. Ich muss da 2 Zettel ans Sozialamt schicken,
die hefte ich mit der Roten zusammen
und schmeiss alles in den Briefkasten.
Sollen die sich mit der roten herumärgern.
Ich bin sie los.
Gut überlegt. Und was machen wir mit dem Türken?

Aus dem Tierreich

Ich bin mit meinen Randnotizen zu den Bildern meiner Sammlung beim Buchstaben „B“ angekommen. Ziemlich weit vorne steht dieses Bild mit dem Titei „bc3a4r.jpg“. Gemeint ist B ä r. Irgendein Programm zeigte sich ausserstande, Umlaute binär in Alphabet umzusetzen – typisch amerikanisch. Ist jedoch kein Problem. Jenes liegt anderswo.

Nein, ich mache keinen Bären Balu draus, der möge im Dschungelbuch bleiben, wo er hingehört. Beim Nachschauen, ob diese Berühmtheit Balu oder Balou heisst, kreierte Google sofort einen neuen Suchbegriff mit „Bärlauch Balou“ und hatte tatsächlich Rezepte zum Nachkochen zur Hand. Ich schaute mir noch kurz den Balu an, sah, meiner ist es nicht – Thema durch. Dito Bärlauch.

Dann vergrösserte ich mein Bären-Exemplar auf dem Monitor auf 300 %, schaute mir dieses fettärschige Untier an ….. und bin eingeschlafen. Niemals hatte ich mit einer hypnotischen Wirkung dieser Karikatur eines Grizzly gerechnet. Aber ich war rund 40 Minuten zwar anwesend, aber abwesend.

Das passiert mir nicht nochmal. Ich habe das Fenster des Texteditors über den Penner so gelegt, dass nur sein Fett-Steiss zu sehen ist. Das ist – ich gebe es zu – recht infantil. Es sollte eh nicht mehr Text werden, und er und ich sind schon komisch genug:
„Dicker Bär schläft. Dicker Mann auch. Ein Beispiel friedlicher Koexistenz. Nehmt Euch ein Beispiel, Ihr Nordiren, Ihr Drecksgesindel in den USA und in Old Germany!“

Aber auf mich hört ja keiner.

Adieu, Baum!

War’s der „saure Regen“? So hat man mir vor Jahren dieses Bild verkauft.
Und siehe da: Es war der Borkenkäfer! Das erzählte man mir vor einigen Wochen.
Es ist nicht das gleiche Foto, sondern das selbe!
Morgen werden es die Wölfe sein, die überall hinpieseln.
Und wenn alles versagt? Ich hätte da einen interessanten Vorschlag zu unterbreiten:
Es war Mephisto! Gab es doch mal einen Literaten namens Joethe, der diesen üblen Gesellen so zitierte:

„Ich bin der Geist der stets verneint!
Und das mit Recht;
denn alles was entsteht,
ist wert daß es zu Grunde geht!“

Traurig? Trostlos?
Gewiss. Es ist schade um jeden Baum – aber nicht um den Wald. Hier stand nichts, was das Prädikat „Wald“ verdient hätte, und schon garnicht „deutscher Wald“! Es war eine elende Monokultur, wie man sie anlegte, um schnelles Geld zu machen.

Wenn also saurer Regen eine Fichtenkultur schwächt, der Borkenkäfer kriegt das mit und fällt drüber her, und Mephisto hat wieder einmal schlechte Laune, dann ….. ja, dann ist es um die Nadelbäumchen geschehen.

Alexandra 1968:

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„Mein bester Freund ist mir verloren
Der mit der Kindheit mich verband
Mein Freund der Baum ist tot
Er fiel im frühen Morgenrot.“

Wenn man an seiner Stelle einen anderen Baum gepflanzt hat:
Der wurde auch nur 40 Jahre alt, liegt nun flach
und wartet auf die Gattersäge.
Und ein anderer Mensch trauert um seinen Freund und Begleiter.

Unser alter Apfelbaum blüht in jedem Jahr; für Früchte ist er nun zu schwach. Aber solange hier einer aus meiner Sippe wohnt, ist der Alte in Sicherheit.

Es wäre märchenhaft, wenn jeder Baum einen Menschenfreund hätte – wenn die Menschen ihre Bäume als Lebewesen begreifen würden, die Respekt verdienen.
Wenn sich ein Weg zur Kommunikation finden liesse.

Was ist dagegen ein lausiges Brett? Vielleicht so etwas wie ein Schnitzel vom Schwein!

Idylle im Bauernland

Dieses Bild habe ich mir lange angeschaut.
Das Anwesen ist scheinbar ein Leckerbissen für Stadtmenschen auf der Flucht. Sie kaufen Gebäude, 3 ha Land und das Gewässer für ca. 300.000 € und spekulieren darauf, mit viel Eigenleistung und einigen zig-tausend Oiros ein schönes, friedvolles Zuhause entwickelt zu haben.

Alle Erfahrung sagt, dass man ein Bauernhaus für 200.000 gekauft hat und modernisiert, der gleiche Betrag nochmal fällig ist. Wir wäre dann auf 500.000,–, und schauen auf das Dach. Wehe, dort liegen Eternit-Schindeln. Es ist gefährlicher Sondermüll. Abbau und Entsorgung macht ca. 15.000, ein neues Dach ist in dieser Grösse nicht unter 40.000 zu bekommen. Wir liegen nun bei 555.000 oiros. Und für die Aussenanlage sind nochmal 15.000 fällig, sodass 570.000 draufgegangen sind. Und man hat Land erworben, das man nicht braucht und nur mit Glück verpachten kann. Wohl dem, der wirklich 11 Räume benötigt; er könnte mit den 570 Riesen sogar zufrieden sein.

Hier zu investieren ist ein Abenteuer, und man erwirbt eine Kostenfalle.
Ich würde alles beiseite legen und von vorne beginnen, und zwar bei den Tiny-Häusern.
Ich brauche nämlich nur zwei Räume, und kein Ackerland.

Menschlichkeit

Wer grosses Geld besitzt
und Kleingeld spendet,
beweist ein kaltes Harz.
Grosses Geld geben
muss nichts beweisen.
Es bringt ein wenig Licht
in ein dunkles Dasein.

Barmherzigkeit

Das Bild mit diesem Titel wurde Anfang des 17. Jahrhunderts von Pieter Brueghel dem Jüngeren gemalt. Es zeigt verschiedene Akte des barmherzigen Handelns.

Was hat man unter Barmherigkeit zu verstehen? Die Erklärung ist sensationell einfach:
Not erkennen, das Herz dafür öffnen, und helfen. So simpel ist das.

Dennoch bleiben definitiv Fragen offen. Was hat was damit zu tun?

  • Etwas ist erbärmlich
  • oder man ist erbarmungslos
  • oder die Barmer Ersatzkasse
  • resp. Wuppertal-Oberbarmen
  • erbarmungswürdig
  • Erbarme Dich
  • was sind Barmen?
  • kennt man auch barwomen?
  • Was ist ein Barmixer?
  • Und ein Barmixer set?
  • Ist die Barmenia eine mehrjährige Topfpflanze?
  • Wo liegt Barmstedt?
  • Und Hamburg-Barmbek?
  • Was ist der Unterschied zwischen Barmouse
    und Barmouth?

Ich lasser es mal dabei, und ich liefere weder Klärungen noch Erklärungen. Bis ich damit fertig bin, sind mir meine liebsten Gäste an Altersschwäche weggestorben, oder – noch wahrscheinlicher – ich bin über der Barmer Ersatzkasse den Weg von allem Irdischen gegangen, ohne noch einmal einen Barmixer zu Gesichte zu bekommen.

Naive Kunst

Sonne, Sand und Meer.
Mehr nicht.
Ein bisschen dürftig,
auch für einen Maler.
Aber:
Wie ist es mit den Qualitäten
dieser Sujets?
Bestens, möchte man sagen.
Und wie der Painter
mit seinem Herzen sieht,
ist nochmal ein anderes Ding,
nicht wahr?

Engelmacher – kein Beruf

Manche Leute nennen ihn einen Wahrsager.
Nicht, dass man ihm besondere Fähigkeiten andichten würde.
Aber er vermag zu überzeugen.
Sein Spezialfach ist die Persuasion.
Tolles Wort.
Überredung ist einfach zu schlicht.
Er ist also Spezialist für nonverbale persuasive Kommunikation.
Ich glaube, jetzt hab ich’s.
Er ist ein Objekt mit zwei Gesichtern.
In der Ecke stehend ist er nur ein dummes Stück Holz.
In der Hand eines Menschen riecht er nach Gefahr,
und dort kann er zur Furie werden.
So, wie man einen Mann Sandmännchen nennen kann,
der sein täglich Brot als Killer verdient.
Oder man nennt jemanden einen Bäcker,
der nur Teig-Rohlinge in den Ofen schiebt
und wieder rausholt, wenn sie braun geworden sind.
Ich schweife ab.
Baseball – was ist das?

Alles Wurst

Wie der Konstanzer Bote berichtet, ist eseinem Landwirt der Insel Reichenau gelungen, eine neue Frucht zu züchten; er nennt sie Chorizane. Das obige Foto erklärt, was kein Biologe je erklären könnte ….. Blödsinn!

Tatsächlich leistete sich ein Caterer den Spass, dieses Arrangement in einem Buffet unterzubringen, das der Konstanzer Oberbürgermeister zu Ehren eines verdienten Parteifreunds ausrichtete, und das zu Lasten der Stadtkasse ging.

Es wurde berichtet, dass der Verlauf am Buffet der üblichen Routine folgte; man begann mit der Schlacht um den Rehrücken und endete mit den Russichen Eiern – allerdings ohne diese Chorizane auch nur anzufassen.

Nach der Verabschiedung der letzten Gäste wurde der Oberbürgermeister dabei gefilmt, wie er die Chorizo aus den Bananenschalen löste und in einer Plastiktüte zu seinem Wagen brachte. Man schätzte die Wurstmenge auf runde zwei Kilo. Der Wert seiner Beute: 58,60 €.

Auf Krawall gebürstet?

Heute bin ich müde, und milde gestimmt.
Es ist das rechte Klima für ein Geraderücken der Möbel.
Politik? Ich bin momentan sehr abgeneigt.
Es reicht mir wieder einmal.
Um ehrlich zu sein: Die da oben haben ihre Leistung
so weit abgesenkt, dass sie sich mit mir treffen,
einem Typen, der seine Leistung nie hochgefahren kriegte.
So bilden wir gemeinsam eine Koalition der Unfähigkeit.
Es gilt somit, dass sich jeder Unzufriedene an seine eigene
Nase zu fassen hat, wenn er Schuldige sucht.

Der Ballon ist ein Symbol, sollte für die Politiker stehen.
Ich habe das geändert.
Er steht als Symbol für den Bad Dürkheimer Wurstmarkt.
Für Anspruchsvolleres reicht heute die Energie nicht aus.
Vielleicht morgen – morgen kann ich wieder auf de Putz hauen.
Prokrastinieren nennt das der Bildungsbürger,
das erbärmliche Würstchen. Verschieben. Lächerlich.
Wie wäre es mit Unterlassen?

Jetzt gehts rund!

Nichts ist so vollkommen,
und so vollkommen nutzlos
wie diese Kugel
mit hochpolierter Oberfläche.
Ja, ich höre schon die Ästheten quietschen
und die Mystiker aufstöhnen!
Preisen wir die Schönheit
des Gartenzwergs mit der Laterne?
Egal.
Ich habe zur Kugel keine Wahrheit
zu verkünden, sondern
nur meine Meinung.
Gewiss: Die Kugel ist schön,
aber dumm.
So dumm wie ein Backstein.
Beide kannst Du in einem Vakuum
bis in alle Éwigkeit kreisen lassen,
wenn Du Schwerkrafteinflüsse regulierst.
Und für die beiden Körper
gibt es kein Entkommen.
Siehe die Planeten
unseres Sonnensystems!

Hicks aus Mainz

Es mag ja sein, dass der eine oder andere Fussballfan es lustig findet, wenn der 1. FSV Mainz 05 gegen Bayern München spielt und der Robert Lewandowski wieder einmal seine Kontaktlinsen zu Hause gelassen hat. Dann kann es geschehen, dass der Ball liegen bleibt und der Kater „Hicks“ im Tornetz landet; Robert trifft fast immer, und mit allem, was ihm vor die Füsse gerät, Ballgrösse hat und ein wenig rund geraten ist.

Die Schiedsrichter haben solche „Tore“ bisher nicht anerkannt; Hicks meidet den Elfmeterpunkt wie der Teufel das Weihwasser. Aber seine Liebe zu Fussbällen bleibt ungebrochen.

Ein Angler

Dort geht er durch den Auenwald,
stolpert, fällt in den Bach.
Ist nun erfrischt und völlig wach,
doch später wird ihm richtig kalt.

Verschwunden sind nun Frosch und Fisch,
die Teller bleiben blank und leer.
Der Hunger peinigt, quält ihn sehr.
Nur trocken Brot liegt auf dem Tisch.

Die Dosensuppe, Jahre alt
riecht leider wie ein nasser Hund;
sieht aus, als wär sie ungesund,
im Darm herrscht sie mit Urgewalt.

Mit Gottes Segen, in der Hose –
noch heiss und überhaupt nicht lecker,
so findet unser Leckerschmecker
sein Süppchen aus der alten Dose.

Schon sitzt er wieder in dem Bache,
spült lustvoll, was ihn kleiden muss.
Gewaschen, nun von Kopf bis Fuss
trotzt er jetzt Montezumas Rache.

Ein Fisch frass Brocken wie ne Katz.
Der Fluss spülte sie ihm auf den Tisch.
Der Angler aß Filet vom Fisch –
Es findet alles seinen Platz.

Vater und Tochter. Wetten?

Aus dieser Kombination wird in der Regel ein dickes Ei.
Dafür sprechen zwei Gründe:
Die Tochter ist ein Weib.
Sie fühlt, denkt und handelt dem Klischée entsprechend.
Und der Vater ist ein Mann,
empfänglich für alles Weibliche.
Er degeneriert, entwickelt sich zum Weich-Ei.

Anders das Verhältnis der Mutter zum Sohn.
Mütter pflegen in Sorge zu zerfliessen.
Wie bei den Vätern können Realität und Objektivität
auf der Strecke bleiben.
Die Söhne aber neigen unbewusst zu Machismo.
Mama-Söhnchen sind Weich-Eier –
so die Regel.

Väter geraten beim Dialog mit Töchterchen
vor Entzücken ins Lispeln.
Die Söhne dagegen sollen harte Kerle werden.
Irgendwie sind Väter zu Deppen geworden.
Mütter sind mit ihrer Fürsorge für Söhne peinlich
und werden abgewehrt. Nur das.
Nicht abgelehnt!
Mütter erkennen den Unterschied nicht immer.

Töchter sind wiederum mit den Müttern nicht konform,
ärgern sich über das Anwanzen bei den Söhnen,
reklamieren weibliche Solidarität,
die sie selbst nicht entwickeln mögen.

Dies ist der Boden, auf dem ein Familienleben
gedeihlich entwickelt werden soll.
Aber in jeder Ecke lauern kleine Konflikte.
Die einzige Kraft, die in der Lage ist,
alles unter der Decke zu halten,
ist Intelligenz.
Fehlt sie, dann werden für den Tag X
die Messer geschärft.

Ich bin amüsiert. Hast Du mitgezählt, wieviele Klischées ich hier verwende?
Ich nicht. Frage: Wieviele davon sind falsch?

Noch ein Wunder

Das ist Titt#, ein Jahr alt.

Und dies ist Brigitta, 21 Jahre alt.

Der charme der frühen Jahre ist verflogen. Statt dessen bringt sie ……halt’s Maul, Alter! Aber das Posing hat sie immer noch drauf! Halt die Fresse, Du alter Sack! Oder ich lass Dich an der Stange tanzen!

Babel

Ach, wissen Sie, wenn man zu oft und zu lange in der Weltgeschichte herumliest, verschwimmen die Grenzen, die Namen, ja, sogar die Sinne. Und was kommt dabei heraus? Ich suchete nach Basel und hilfsweise nach Basilikum! Meinte aber Babel und Babylon! Ist das zu glauben? Ich glaub’s ja selbst nicht!

Ich suchte also eine Spur, fand sie und nahm sie auf. Und wo bin ich gelandet? Kann es nicht fassen, anscheinend werde ich verfolgt. So stecke ich schon wieder in den Offenbarungen des Johannes fest – Ich, ein Ungläubiger!

Sei tapfer, Alter! (So rede ich mir zu) Es geht um Babel, nicht um Babbeln,was im Pfälzischen für Miteinander reden steht. Es geht uch nicht um die Hure Babylon, das Erste Grosse Schimpfwort für das antike Rom und das ganze Imperium Romanum, nicht in seiner Vollkommenheit, sondern in seiner Verkommenheit, seine Dekadenz. Babylonisches Sprachgewirr habe ich zur Genüge gehabt, das triebe mich heute in die Flucht! Hier geht es um Babel, also um Babylon, und speziell um den Turmbau. Man liest, dieses Bauwerk wäre 91 x 91 m breit und 91 m hoch gewesen. Die Basis des Turms könne man heute noch bei Hilla, nahe dem Euphrat besichtigen.

Babylon liegt angeblich 90 km südlich von Bagdad und hatte seine gute Zeit vor Christi Geburt. Das war so um 1700 bis 200 v. Chr. Fragst Du aber nach dem Turm, so verweist man Dich flugs auf Pieter Brueghel den Älteren. Und der hat eine Lüge gemalt. So ein Ding hat es nie gegeben. Frage Fachleute danach, ob es den Turm überhaupt gegeben habe, und Du erhältst ein ganz entschiedenes Jein. Anders: Mehr als Gerüchte gibt es nicht – es sei denn, man glaubt den Offenbarungen des Johannes.

Lassen wir es dabei. Wer wissen will, möge in den Irak reisen. Vielleicht wissen sie dort mehr als wir im Alten Land bei Hamburg.

Alltag in Kanada’s Wäldern

Dieses Foto zeigt anschaulich, wie man eine Axt auf dem Küchentisch präsentieren kann. Es sind 5 Positionen angeboten. Verfügbar sind jedoch 10 Positionen, da man in jeder Stellung die Axt umdrehen, also auf die andere Seite legen kann. In der Familie eines Lumberjacks sind derartige Fachkenntnisse selbstverständlich. So auch bei Trudy und Francis.

Francis erlaubte sich neulich, gegenüber Trudy den Holzfäller raushängen zu lassen, und Trudy griff nach der Axt auf dem Tisch. Ein Wort gab das andere, wie das so läuft, in einer Ehe.

Am Ende des Konflikts stand es 1:0 für Trudy. Sie entfernte die Axt aus dem Schädelspalt, murmelte etwas von einem Unfall, und schaute neugierig nach Francisens Schädeldecke und dem Riesenloch im Knochen. Zuerst stellte sie fest, dass eine Spaltaxt besser gewirkt hätte als eine normale Forstaxt. Dann fragte sie, warum Francis jetzt tot war. Unter der Schädeldecke fand nämlich sich kein Hirn; der halbe Liter Wasser war ausgelaufen, und nun herrschte unter dem Axtloch Leere und Trockenheit. Trudy begann zu verstehen, warum Francis immer davon redete, nach Bauchgefühl zu entscheiden und zu handeln.

Wochen später, vor Gericht meinte sie, es wäre gescheiter gewesen, auf einen leeren Wassereimer loszugehen. Richter und Staatsanwalt nickten, weise und wissend.

Am Großen Tor zum Nirgendwo

Wieder einmal hat der Herbst
den Wald verändert.
Gelb und Rot herrschen
über die Welt der Bäume
und Sonne lässt die Farben
golden glänzen.
Am Ende des Wegs
erstrahlt ein helles Licht.
Es verführt den Menschen,
immer weiter zu gehen,
immer weiter,
bis in das Zentrum
und darüber hinaus.
Niemand weiss,
was sich hinter dem Licht verbirgt.
Viele sind hindurch geschritten,
aber keiner kam je zurück.