Blick antiker Athener in die Neuzeit

Wenn ein Grieche aus dem attischen Zeitalter in die Zukunft schaut und dabei bis ins Jahr 2021 kommt, so wird er sich an Antipatros erinnern, der so um 320 vor Chr. die erste Oligarchie, die Herrschaft des Geldes installierte. Damit hatte er die Demokratie in die Knie gezwungen, und dort ist sie heute noch.

Glaubse nich, gell?

Nehmen wir uns die Polis „München“ vor. Jeder weiss, dort regiert das Geld.
Wer mithalten kann, ist Bürger mit vollen Rechten. Die Zugereisten sind die Meköten, wer am Hasenberg wohnt, ist Periköte, und wer nichts hat ist Sklave und lebt von der Fürsorge anderer. Wer jetzt noch die Agora vermisst: Es ist der Marienplatz vor dem Rathaus mit dem Viktualienmarkt um die Ecke.

Ein Alt-Athener wird also sehen, was der Neu-Münchner im Leben nicht bemerken wird: Es ist im Prinzip wie früher, nur die Kulissen wurden verändert mit Auto, Kühlschrank und Fernseher. Und statt Sklavenhandel nutzt man heute das Geschäft der Verleiher:

“ Ich verstehe. Sie suchen einen zum Kloputzen. Ich habe da 14 Akademiker, davon 3 Juristen, ein Sprachwissenschaftler, zwei Archäologen, der Rest sind Betriebswirte und Soziologen. Ich empfehle Ihnen einen Archäologen. Diese Leute sind mit Besen, Schaufel und Putzlappen bestens vertraut!“

2 Antworten auf “Blick antiker Athener in die Neuzeit”

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