Dazwischen geschoben (Intermedium)

Räucherlachs, mild gesalzen, dazu Toast oder Semmeln und – unbedingt – eine Flasche Weisswein, das war über Jahre als Abendmahlzeit das Grösste. Und heute? Passée.
Erst wenn ich den Lachs weglasse, durch Greyerzer Käse ersetze, und statt weissen einen roten Wein auf dem Tisch habe, wird wieder ein Paar Schuhe draus.

Und nun ersetze ich den Käse durch Covid-19, den Brexit, die USA, UK total, oder durch deutsche, oder europäische „Politik“, und mein Abend ist restlos versaut. Aber inzwischen bin ich gestählt und brüniert. Ich lasse diesen Mist nicht mehr an mich ran. Ausnahmen sind selten, ich bin um konsequente Haltung sehr bemüht.

Mein Tag hat 16 Stunden und endet in der Nacht um zwei Uhr. Was treibt nun ein alter Krüppel wie ich über diese lange Zeit? Nun, er arbeitet daran, keine Langeweile aufkommen zu lassen. Was sonst? Neben dem Unvermeidbaren gibt es viel Fernsehn, Youtube hilft weiter, wie auch eine Mediathek deutscher Sender, und ich schreibe.

Mein Leben lang habe ich mich als Bücherfetischist verkauft. Ich war das wohl auch. Hier sind Bücher, wo auch immer ich hinschaue. Aber: Seit ich schreibe, lese ich nicht mehr. Und das finde ich seltsam. Hinter mir liegen noch 23 ungelesene Bücher, und ich fasse sie nicht an. Es kann doch nicht angehen, dass die Schreiberei von Trash das Lesen guter Literatur ausschliesst, oder? Ich bin ehrlich irritiert.

Schliesslich habe ich mehrfach meinen Ehrgeiz abgefragt. Da war nie viel. Ich habe eine Website mit 60 guten Seiten weggeschmissen. Dann einen Blog mit knapp 500 Beiträgen. Den Blog, in den ich gerade reinschreibe, gibt es nur noch, weil ich den Knopf zum Wegwerfen nicht gefunden habe. 128 Texte habe ich noch mit der Hand am Arm gelöscht, aber 1100 Stück zu löschen war mir einfach zu viel Arbeit.

Dann las ich mal die Tipps zur Frage, wie man mehr Leser erreichen könnte. Mag sein, das geht zu machen – nur nicht für mich. In diese Ecke lasse ich mich nicht drängen. Ich schreibe aus Spass an der Sache, und wenn ich richtigen Mist zusammengeschrieben habe, schiebe ich ihn mit Vergnügen rüber zu WP.

Nun habe ich eine Datei mit rund 1200 Fotos für WP-Beiträge zur Hand. Alles ist irgendwo verwurstet, viele davon mehrfach. Wenn’s passt! So habe ich neulich ein Projekt auf Kiel gelegt. Bilder, die mir nichts sagen, schicke ich in den Orkus. Und über solche, die mit mir schnacken, schreibe ich eine Kleinigkeit. Die Vorgehensweise: Eins nach dem anderen, immer schön in der Reihenfolge, die Windows mir vorgibt.

Ich habe bisher wahllos in die Datei gegriffen, nun begann ich von vorne. So wäre heute der Abacus dran. Irgendwas muss mir dazu einfallen, auch wenns Blödsinn wird.
Wenn ich dann mit „Z“ durch bin, habe ich an die 1200 Miniaturen geschrieben.

Nun könnte jemand glauben, ich hätte einen Schatten. Ich würde dem zustimmen müssen. Es könnte geschehen, dass ich bei „F“ die Lust verliere. Ok, dann mache ich halt bei „Y“ weiter. Oder garnicht. Oder ich werde bei „H“ dement! Gebe bei „S“ den Löffel für immer ab! Aber: Zur Zeit habe ich einen Plan, und das zählt.

So läuft das mit Rentnern, die nichts zu tun haben.