Wieder mal: Das C

Wenn mich das C-Virus erwischt, bläst es mir mit tödlicher Sicherheit ( ;>() das Lebenslicht aus. Dennoch habe ich ein völlig entspanntes Verhältnis zu diesem Ding.
Dies vorweg.

Nun wird ja viel über das Versagen der Politik in der C-Krise geklagt, und das Gejammere ist zum Teil so intelligent wie ein Pflasterstein. Fatal, dass man bevorzugt den Dumpfbacken in den Medien Plätze einräumt. Da erdreistet sich ein MP tatsächlich, den Erfolg von Neuseeland bei der Abwehr des C mit Europa zu vergleichen, und dies mit dem Tenor, dass die es geschafft haben, und die EU nicht. Neuseeland – auf 2 Inseln, weit ab vom Weltgeschehen, mit 4,5 Mio. Einwohner vergleicht dieser Hirni mit der EU, die 440 Mio. Menschen auf die Waage bringt, oder genauer gedacht mit Europa und seinen 8oo Millionen Menschen, die auch noch zusammengebacken sind wie Rührei. Und diese Leuchte des 22. Jahrhunderts will C bekämpfen? Demnächst kommt er mir mit Liechtenstein, dort sind nur knapp 39.000 Leute zu Hause, also 0,039 Mio..

Ein anderer Aspekt: Wenn in Berlin die Besatzung des gesamten Regierungsapparats zu 75 % mit Beamten und Juristen besetzt ist, haben die Bürger nichts Gutes zu erwarten.
Die können allen möglichen gedruckten Kram lesen und interpretieren – aber was, wenn zur C-Katastrophe nichts gedruckt ist? Vermutlich lesen sie dann die BILD. Geistige Beweglichkeit und Kreativität hat man diesen Menschen wegtrainiert! Nein, nicht ungerecht werden! Sie lassen sich beraten. Da werden Leute befragt, die gewohnt sind, in Mikroskope zu gucken und den Winzling C zu studieren. Aber wir brauchten andere Fachleute, nämlich solche, die – da Pandemie anliegt – global zu denken gewohnt sind, denn C tummelt sich auf dem ganzen Globus, tötet hemmungslos und stört globalisierte Wirtschaftssysteme.
Man hätte top down denken müssen, nicht bottom up. Lustig ist wieder, dass sie, die Polit-Freaks sich über Erfolge freuen können, wobei sie es als Erfolg werten, dass die Friseure wieder Haare schneiden dürfen. Mein Vergnügen daran hält sich in Grenzen. Ich schneide mir die Haare selbst.

Wie auch immer: Bottom up zu konzipieren geht selten gut. Man scheitert an der Komplexität der Aufgabe. Und genauso sieht die Arbeit der Bundes- und Landesregierungen am C-Problem aus. Malle ja, Sylt nein. Gründonnerstag alles zu – alles offen. Astrazeneca verarscht die gesamte EU. In Italien liegen 29 Mio. Impfdosen bereit für den Schwarzmarkt. Soll ich weitermachen? Lieber nicht. Über meinem Schreibtisch bilden sich nun dunkle Wolken. Das kann ich nicht zulassen. Wir haben einen sonnigen Tag! Den will ich auch hier drinnen!