Ich bin Trudy

Mein Name ist Trudy. Ich bin 33, lebe in Dortmund und helfe gelegentlich in Peters Bierkneipe als Servicekraft aus. In letzter Zeit rief man mich nur noch, wenn Peter mit seinen vier Kumpels im Hinterzimmer pokerte.

Heute ist so ein Tag. Der Gastraum ist wegen der Pandemie leer geblieben, ein wahrlich trostloser Anblick. Die Pokerrunde hinten ist wie stets recht munter; man trinkt Stout, und zwischendurch auch mal einen Single Malt der härteren Sorte, den Laphroig.

„Ja, Papa, kommt gleich!“. Den Spieler mit dem Totenschädel habe ich sofort erkannt. Es ist mein Papa, tot seit 3 Jahren. Aber er trägt noch immer das seltsame Tatoo auf der linken Hand. Es ist merkwürdig, dass ich meinen toten alten Herrn hier sitzen und pokern sehe. Die vier anderen Spieler sind auch nicht weiter angefasst. Hosen runter, Jo! So wird Papa zum Aufdecken seines Blatts aufgefordert. Der Totenschädel grinst mich an, und plötzlich hat er ein Gesicht, das mir mehr als vertraut ist. „Hallo Trudy!“ und ich „Hallo Papa!“ – was für ein wunderbarer Moment, und ich lasse mich in die alte Vertrautheit fallen und möchte ein wenig weinen, nur ….. nun zeigen die anderen Pokerspieler ihr wahres Gesicht. Ich blicke in die leeren Augenhöhlen von 4 Totenschädeln, und mir dämmert, was hier abgeht. Ich habe es mit fünf Toten zu tun, die sich mit Pokerspiel die Zeit vertreiben und saufen wie Löcher, ohne betrunken zu werden. Und Peter, der Gastwirt gehört dazu ….. und ich …..