Der Mensch und seine Blase

Der Mensch besitzt die Fähigkeit, zeitweise oder auch ständig in Blasen abgeschottet zu leben. Ich spreche von mentaler Isolation. Er gibt sich ihr hin, und die Gründe können in der Erziehung, in der Erfahrung oder auchin schwachem Intellekt zu finden sein. Beispiel: „Carsten ist ein prima Kumpel, aber ein fanatischer Rassist!“ Das bedeutet, dass Carsten in seiner Bubble verschwindet, sobald auch nur der Verdacht auf Fremdes entsteht.
Ein Autist dagegen kann ausserhalb seiner Bubble nicht zurecht kommen und leidet.mMan erkennt, dass die Bubble eine Schutzfunktion hat. Doch sie hat – wie alles, was schützt – auch eine hemmende Wirkung. Sie schränkt die geistige Freiheit ein, und dies unter Umständen mit exzessiver Wirkung.

Es ist nicht sonderlich schwierig zu verstehen, wie leicht eine gedeihliche Kommunikation zwischen Menschen durch ein Bubble-Dasein gestört werden kann.
Ist sie wünschenswert oder gar notwendig, so muss man möglichst rasch erkennen, ob der Gegenüber in einer Blase hockt, oder ob er sich draussen frei bewegt. Für die Weggeschalteten ist eine spezielle Vorgehensweise erforderlich. Und wehe, ein Freier huscht während eines wichtigen Geprächs in eine seiner Bubbles, und man bemerkt dies nicht. Der Ofen ist schneller kalt, als man reagieren kann.