Wüste Gedanken

Wüsten sind Orte des Vergessens.
Dort wird der Mensch vergessen,
und er vergisst.
Es ist unerheblich,
ob man sich in einer geistigen,
oder in einer materiellen Wüste befindet.
Der Mensch kommuniziert mit Sand,
bis er selbst zu Sand geworden ist.
Man hat nie beobachtet,
dass der Sand zu Mensch konvertiert.
Dies wäre ohnehin nicht wünschenswert.
Man stelle sich vor,
der Mensch würde sich
einem Naturgesetz entsprechend
vom Menschen zum Homo sapiens entwickeln,
statt als Homo erectus
ein friedvolles, erfülltes Leben zu führen:
„Ich bab ne Zwiebel auf dem Kopf,
ich bin ein Döner!“
Zyniker schätzen den Brauch,
Menschen in die Wüste zu schicken.
Wo das nicht gelingt, springt der Priester ein:
„Asche zu Asche,
Staub zu Staub,
Sand zu Sand!“
Heuchlerisch vermeidet er
den Terminus „Dreck“.
Gut. Auch er ist nur ein Homo,
wenngleich er verzweifelt
nach göttlichem Segen sucht
und in seiner eigenen Wüste
gräbt und gräbt.
Wie überhaupt das Suchen nach etwas,
was weder bekannt noch vorhanden ist,
das Schicksal des Homo erectus prägt.
Das Suchen beginnt bei der Brille,
und endet mit der Weisheit.

Meine Gedanken werden nun unfein.
Ich muss aufhören,
bevor Schlimmeres geschieht.
Wiedesehn!