Freiheit – eine Fiktion

Wer kennt sie nicht, die biblischen 10 Gebote! Wer sie im Tanach, der hebräischen Bibel nachliest, wird begreifen, dass diese „fossile“ Werteordnung, sei sie nun hbräisch oder christlich ausgelegt, die Freiheit des Menschen erheblich beschneidet. Aber wer von den Pharisäern, die in alle Richtungen zu polemisieren gewohnt sind, hat je dazu Kritisches
verlauten lassen? Offenbar fürchtet man die Macht der Kirchen dieser Welt!

Handlungen, die per Gesetz mit Strafen bedroht sind, engen die Freiheit weitergehend ein. Dies ist nichts weiter als natürlich, denn das Leben in einer Gemeinschaft kann nur möglich sein, wenn der Einzelne seinen Individualismus zügelt; der Aussenseiter, der in seiner Laubhütte im Wald autark lebt, ist nur scheinbar erheblich freier; ihn plagen die Naturgesetze.

Wer bis hierhin alles verstanden hat, sollte seine Vorstellung von Freiheit längst im Klo runtergespült haben. Es kommt noch einiges andere zusammen, w2as Erziehung und Erfahrung an Unfreiheit beisteuern, oder?

Ich halte mich kurz. Nur noch ein Hinweis:
Wer sich seinen Emotionen uneingeschränkt hingibt, ist durch sie unfrei geworden.
Wenn also ein Autofahrer 230 km/h fahren darf, kann und wird, fühlt sich frei, und ist ungefühlt in einem Geschwindigkeitsrausch gefangen. Frei sein geht anders: Ich traf in Berlin, im Grunewald auf einen Maserati-Fahrer. Fragte, wie schnell sein Sportwagen läuft. Er bemerkte lakonisch, das wisse er nicht, da er in seinem Kabrio viel lieber mit 40 durch den Wald fährt und die Natur geniesst.

Der Terminus „Freiheit“ wird unentwegt missbraucht, ist deshalb entwertet und nur noch in Propaganda-Parolen zu gebrauchen. Politiker sind nicht so dumm, wie man es glauben möchte. Sie wissen um das Problemwort, und sie nutzen es.
Dumm ist jener mächtige Teil des Volks, der sich seine humanistische Bildung in der Dorfkneipe geholt hat. Dieser armseligen Truppe kann man etwas vom Pferd erzählen –
sie müssen glauben, das sie nicht wissen. Und so entwickelt sich der Trumpismus in eine Art Religion, und die Wahrheit geht unter wie ein Pflasterstein im Nordatlantik.

  1. George Bernard Shaw sagte einmal: „Ich bin bekannt für meine Ironie. Aber auf den Gedanken, im Hafen von New York eine Freiheitsstatue zu errichten, wäre selbst ich nicht gekommen.“

    Weils mir gerade so einfällt. 😀

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