Sidonie Werner

Sidonie Werner war Mitbegründerin des Jüdischen Frauenbundes und hat Hamburgs Sozialpolitik zu Beginn des 20. Jahrhunderts mitgeprägt.

Zu ihrem Tode im Jahre 1932 würdigte der „Israelitisch-humanitäre Frauenverein“ sie mit folgenden Worten:

“ Groß und umfassend ist Sidonie Werners Werk! Der ‚Israelitisch-humanitäre Frauenverein‘ in Hamburg verdankt im Wesentlichen ihr seine Blüte. Die jüdischen Frauen Hamburgs haben es ihr zu verdanken, wenn sie wahlberechtigt zur Repräsentantenversammlung für das Wohl der Judenheit ihrer Stadt mitraten und -taten dürfen. Die Mittelstandsküche, das Heim für jüdische Mädchen, der jüdische Kindergarten in Hamburg, das Kindererholungsheim, das ihren Namen trägt, in Bad Segeberg, und auch die dort befindliche Haushaltungsschule: Sie alle sind Schöpfungen der Heimgegangenen, sie alle standen ihrem gütigen, von reiner Nächstenliebe erfüllten Herzen gleich nahe, sie alle und ihre Arbeit hat Sidonie Werner Zeit ihres Lebens mit ihrem Geiste zu erfüllen verstanden. „

Ihr Wirken in der Freien und Hansestadt Hamburg war und ist womöglich bei den Pfeffersäcken bis heute nicht gerade populär. Das Ergebnis meiner Internet-Recherche zu dieser Frau brachte nur ein dürftiges Ergebnis. Das ist für mich Grund genug, an diese starke Persönlichkeit zu erinnern.

Ich tue das nicht für die Tote, sondern für die Lebenden. Frau Werner zeigt noch heute eindringlich auf die soziale Verantwortung für das Gemeinwohl – auch wenn sie ihre Energie für die Jüdischen Gemeinde einsetzte. Dies so zu tun und damit gegen den allgegenwärtigen Antisemitismus anzugehen war auch in der Weimarer Republik wohlgetan.

Menschen dieses Formats sind unserer modernen Welt leider abhanden gekommen oder bedeutungslos. Beim Tanz um das Goldene Kalb sind sie fehl am Platz.