Surrealismus

Der Surrealismus als Kunstrichtung tritt uns als rätselhafte Ausrichtung entgegen, die schwer zugänglich erscheint. Ich versuche hier, zu erklären, denn wie vieles Komplizierte ist auch dieses Rätsel einfach zu lösen.

Der menschliche Geist ist durch vielerlei Zwänge blockiert. Diese Zwänge resultieren an der Teilhabe zu Ethik, Moral, Tradition, Religion, Kämpfen ums Überleben, Politik und so fort.

Der Surrealist versucht, sich davon weitgehend zu befreien. Sein freier Geist kann sich psychoanalytische Theorien nutzbar machen, um Einblick in eine bisher unbekannte, eine neue Weltsicht herzustellen und neue Erkenntnisse zu gewinnen.

Ausdrucksmittel sind Merkmale der Kunst aus Phantasie, Absurdität, aus dem menschlichen, so sehr unzugänglichen Unterbewusstsein.

Nochmal angemerkt: Ziel der Surrealisten ist ein verändertes, weil erweitertes, wenn nicht gar ein komplett neues Weltbild durch die Erschliessung geistigen Neulands.

Surrealismus wurde um 1920 zu einer geistigen Bewegung, die die Lebenskunst nahezu revolutionär erneuerte und für die Realisierung kämpfte. Bezeichnend für die Schwierigkeit solchen Tuns ist das Zitat einer der Führungsfiguren, nämlich André Breton:

„Wer nicht in der Lage ist, darzustellen, wie ein Pferd auf einer Tomate galoppiert, ist ein Idiot.“

Breton ist 1966 gestorben. Ich kann ihm also nicht erklären, dass ich zwar seine Prüfung niemals bestehen könnte, aber dennoch kein Idiot bin – es sei denn, er bekennte sich auch dazu, idiotisch zu sein. Oder es sei denn, dass mein Pferd, das wie eine Waschmaschine auf einem Holzgestell aussieht, als surreale Kunst akzeptiert wird.

Noch etwas, André! Mein ästhetisches Empfinden lasse ich mir auch von Eiferern nicht vorschreiben. Ok?

5 Antworten auf “Surrealismus”

  1. „Wer nicht in der Lage ist, darzustellen, wie ein Pferd auf einer Tomate galoppiert, ist ein Idiot.“

    In welchem Kontext Roland? Das ist nicht unwesentlich. Es ist selbst ein surreales, ein sprachliches Vexierbild. Idioten sind nur durch ihren, unbewussten, Gegensatz Idioten. Es gibt keinen, da wir alle welche sind, aber eben nur im Kontext des impliziten Gegensatzes.

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    1. Idioten sind demnach Leute ohne Vorstellungskraft, weil sie in Normen und Ähnliches gefangen sind.
      Wer keine Visionen besitzt, hält am Status Quo fest, kann sich also nicht verändern bzw. an neue Umstände anpassen.
      Die gute Nachricht: Idioten sterben demzufolge aus!!!

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    2. Aber ja! Alles Denken, Reden und Handeln steht immer in einem Kontext, der oft sogar im Unterbewusstsein verborgen ist. Im vorliegenden Fall hat man zum Zitat keinen Kontext geliefert. Ergo dürfte man das Zitat nicht verwenden – aber so funktioniert die Welt nicht. Zur Not essen wir den Braten auch ohne Salzkartoffeln.

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      1. Ja! Ich selber will gar nicht in Idioten und nicht Idioten einordnen. Der Surrealismus wurde nicht gemacht, er wurde als irrational, surrealer Aspekt innerhalb der Ratio selbst, analog der Erforschung des Unbewussten, von diesen Künstler und Poeten entdeckt, quasi. Nun, da erzähl ich dir ja nichts, was du nicht weißt.

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