Schreib-Blockade

Wie schön, dass ich eine ordentliche Rente für meinen Lebensunterhalt bekomme. Müsste ich mich vom Schreiben ernähren, so wäre ich bereits vor Jahrzehnten in das Nirwana hinübergewechselt. Ja, so ist es. Ich stecke in einem Dilemma. Einerseits könnte ich nun einen Beitrag zu rostigen Nägeln schreiben, andererseits fällt mir einfach nichts ein. Wen interessieren schon rostige Nägel! Ich muss es gestehen: Mein letzter Beitrag, jener zur Seele einer Legehenne ist schon aus Verlegenheit entstanden …..

Leider, leider sind unsere Unterhaltungskünstler Trump und Boris Johnson mittlerweile verblasst, und sie verbreiten nur noch Langeweile. Alles, was zu sagen und zu schreiben ist, wurde längst gesagt und beschrieben, und Trappatoni, dieser aufgeweckte Fussball-Lehrer würde „Flaschen leer“ in die Welt posaunen. Ob die Briten weiterhin ihre Haferkekse backen können, ist für mich nicht von Interesse. Ich bin ohnehin der Meinung, dass Hafer nur für die Pferde erfunden wurde. Und ich denke, dass man Märchen über die Briten erzählt, sollte man sich darauf berufen, dass ein Engländer seine Tageszeitung aus der Tasche zieht, zu einer Tüte zusammenrollt und sich Fritten und Fischbrocken einfüllen lässt. Nun könnte sich ein Brite darüber auslassen, dass man in Hamburg mit dem Pannfisch ähnliches anbietet – nur gibts hier Bratkartoffeln, und Hamburger essen stets von Tellern, nicht aus der BILD. Ich hoffe, man erkennt solch feine Unterschiede auch ohne Brille.

Ich weiss wirklich nicht, was ich schreiben sollte. Ich weiss natürlich, was ich kann. In meinem Job habe ich Papier tonnenweise verbraucht. Ich wäre ein begabter Schreiber von Bedienungsanleitungen für Waschmaschinen und ähnliches. Ich könnte sogar beschreiben, wie man eine Rolle Klopapier richtig aufhängt. 3 Seiten A 4, und so eine Sache ist erledigt! Aber es fehlt mir auch die kleinste denkbare Spur von Talent, um über eine Waschmaschine poetisch zu schreiben. Und noch schlimmer: Über den Frühling. Lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte ….. gut, gut. Hört sich toll an. Aber ich kann maximal yellow ribbons, die berühmten gelben Bänder in unseren Apfelbaum knüpfen. Aber soll ich es wirklich riskieren, dass irgendein alter Veteran der US-Army hier auftaucht und sich darüber freut, dass ich ihn noch liebe?

Dann knüpfe ich doch lieber einige blaue Bänder in den Baum, nur um anzuzeigen, dass ich den Frühling gerne mag. Die Frühlingsluft, mit dezenten 18° C angereichert, ist für mich ein Lebenselixier. Und über Methoden und Verfahren zur Herstellung von Lüften will ich mich erst garnicht äussern. Nur so viel: Lüfte in geschlossenen Räumen erfordern intensives Lüften.