(Schw)einsichten

Kann man ein Schwein lieben?
Man kann. Ich kenne einen Fall, in dem ein geliebtes Schwein geschlachtet werden musste, und die Familie sich weigerte, es aufzuessen. Das Fall-Muster: Das Schwein als Hund.

Muss man ein Schwein lieben?
Das nein, und vor allem dann nein, wenn das Schwein ein Mensch ist. Das Fall-Muster: Der Mensch als Sau.

Darf man ein Schwein lieben?
Nein. Sodomie ist ein Straftatbestand. Auch Unzucht mit Abhängigen wird bestraft. Das Fall-Muster: Das
Schwein als Mensch,

Soll man ein Schwein lieben?
Saudumme Frage. Aber man soll immer bedenken, dass das Schwein nicht nur Nutzvieh ist, mehr als ein nützlicher Idiot. Schweine sind intelligent. Fall-Muster: Das Schwein als Intelligenz-Bestie.

Dem Schwein wird´s allerdings völlig wurscht sein.

Allgegenwärtig ist das Schwein
in unserm Menschenleben,
ohne von uns geliebt zu sein.
Es hat so viel zu geben .

Zuvörderst dient es uns bei Tisch
als Schinken, Schnitzel und Kotlett,
und Lendchen, rosa, zart und frisch,
Grillrippchen mit und ohne Fett …..

Gesülzt, gekocht oder gebraten
geniesst der Mensch, der nicht Muslim,
das Schwein zu Sossen, Kraut, Salaten
bei Blumenschmuck, und mit Benimm.

Wir sollten doch an solchen Tagen,
nach einem wirklich guten Essen
gemeinsam herzlich Danke sagen:
„Dank, liebes Schwein, sei unvergessen!“

Der Schweinefreund hat auch bedacht
dass Schweine stets geduldig bleiben,
wenn man sie mal zum Buhmann macht,
um sich mit anderen zu reiben.

Du blöde Sau! Du dummes Schwein!
Du Drecksau, Sülzkopp, wilde Sau!
In heilgem Zorn wird man gemein,
Die Knoechel weiss, Gesichter blau!

Ganz bayrisch wirds, wenn ohne Faxen
der Loisl durch die Kneipe brüllt:
Geh schleich´Di, schwing die krumma Haxn!
und Haxnduft den Gastraum fuellt.

So mancher Mensch ist sehr geknickt,
mit Liebe sich zum Schweine wendet,
weils Pumperl ihn ganz böse zwickt
und´s Schwein Aortenklappen spendet.

Als Glückssymbol – na, unentbehrlich!
Was täte man nur ohne „Schwein“.
Mensch, sag es einmal wirklich ehrlich:
So´n Ferkelchen kann niedlich sein!

Und nicht zuletzt der Bauernstand
Profit verspricht die Ferkelei.
Es grunzt munter im Bauernland,
noch immer gilt: Landluft macht frei!

Mag sein, dass es die Stadtluft war,
die einst den Menschen frei gemacht.
Dem Schwein stellt es sich anders dar:
Freiheit ist für´s Wildschwein gedacht,

so lang, bis dann im Morgenrot
die Büchse knallt; ein letzter Schmerz,
der Jäger bruellt dann los: Sau tot!
Ein Blattschuss, mitten durch das Herz!

Nun, auch noch dies. Es spricht sich rum
im Koben und in Schweinekreisen.
Das Hausschwein ist ja nun nicht dumm
kann die Behauptung schon beweisen,

dass man nur noch als Hausschwein sicher.
Und sterben muss nunmal ein jeder.
Der Bauer auch! (Hinten Gekicher!)
Der ist dann hin – ich Schweineleder!
Reinkarnation – auf Schweine-Art
ist nicht nach jedermanns Geschmack.
Der Mensch arbeitet lieber hart.
Arbeit macht frei!, schrieb Menschenpack.

Hat je ein Schwein so was geschrieben?

Der Misanthrop: Jaaawoll! Alles Schweine!

Der Tierfreund: Wer einen Menschen
als Schwein bezeichnet,
beleidigt eine ganze Tiergattung.

Der Humangenetiker: Charakter ist eine ererbte Eigenschaft, die ihre Auspraegung …….

Der Altruist: Dies ist Ausdruck fuer die Verirrung
einer menschlichen Seele, quasi ein Hilferuf ….

Der Politiker: Das ist zu lange her.
Davon weiss ich nichts.

Der Priester: Alles geschieht
nach Gottes weisem Ratschluss!

Der Beamte: Zu allen Zeiten galten in Deutschland die
Grundsaetze, wonach Recht und Ordnung …..

Der Neo-Nazi: Ausländer rauuuusss!!

Der gute Deutsche: Ich lese jeden Tag die Bildzeitung!

Das Hausschwein: Der Mensch ist auch eine Sau!
Nur anders.