Mal gucken, obs geht:

Ich weiss nicht, ob man das, was da draussen geschieht, noch „Wetter“² nennen sollte. Eben sehe ich noch Schneereste im Garten herumliegen, und wenig später bemüht man sich, 18 Plus-Grade abzuliefern, und wir Konsumenten stellen fest, dass man in der Werbung für den Jahreszeitenwechsel wieder einmal daneben gelangt hat, denn mehr als 10 Grad von diesem Celsius haben sie nicht hingekriegt. Und ich zahle mich dumm und dämlich mit den Fernseh-Gebühren, und erhalte falsche Prognosen. Nein, in Ordnung ist das nicht.

Und dann kommt mir auch noch dieser Eduard Mörike erneut hoch wie Sodbrennen. Dieses Leiden am angesagten (nicht am echten) Winterende habe ich in jedem Jahr auszustehen, seit man mir in der Grundschule dieses Blaue Band angehängt hat. Ich vermute mal, dass Mörike nicht das Blaue Band des Atlantiks meinte, das für Geschwindigkeitsrekorde bei der Altantik-Überquerung verliehen wurde.
Er hatte wohl eher das grosse Band des wolkenlosen Himmels im Sinn, wobei der Himmel nicht unbedingt flattern kann; oder dieses blaue Band ist doch etwas Imaginäres, das man nur zu sehen bekommt, wenn man die Augen schliesst.

Ähnlich fragwürdig sehe ich die süssen, wohlbekannten Düfte. Wer je eine kranke Katze hatte, die mit Durchfall gestraft ist und im Haus das Katzenklo benutzt, wird die Düfte nicht süss nennen mögen, und der Himmel möge verhindern, dass dieses Odeur ahnungsvoll das Land durchstreift!

Veilchen träumen dann nicht, sie sind bewusstlos, und sie wollen auch nicht unbedingt balde kommen. Das will keiner, und es kommt auch keiner, bei einer kranken Katze.

Der Spruch mit dem leisen Harfenton ist reine Schönfärberei. Ich höre nur eine Glocke läuten, wegen der Gefahr einer Veilchen-Invasion. Es ist die Glocke, welche die Feuerwehr zusammenruft, wenn eine Umweltkatastrophe wie 1962 droht, als die Elbe überlief und hier alles unter Wasser setzte.

Frühling, ja Du bist’s? Und wenn schon! Soll ich mich nun fürchten? Lass sie gerne kommen, die Veilchen, mit denen werde ich auch noch fertig! Ich weiss, was der Stefan Wiesner vom „Rössli“ im Entlebuch mit Veilchen macht ….. der tut sie in den Salat, und der Gast muss sie essen!

² Wetter kommt von „wet“, deutsch: nass, feucht, durchnässt