Kritik – muss man wegstecken

ich – in einer Kreativ-Phase – alle bitte wegbleiben !

Die Regel verfolgt mich bis in die Steinzeit. Man hat mir eingetrichtert, man dürfe nichts Geschriebenes mit dem „Ich“ beginnen. Wie man unschwer erkennen kann: ….. habe es heute wieder geschafft.
Ausserdem behaupten Psychologen, es fehle an emotionaler Intelligenz, wenn das Ich-Wort häufig benutzt wird. Muss man dieses anrüchige Wort vermeiden, wenn man als schlau wahrgenommen werden will?
Und was soll verwerflich daran sein, wenn ich mich selbst auf den Arm nehme? Ist die Verwendung von mich und mir, von mein und Ichthyosaurus unanständig? Und, bitte sehr, was ist mit dem Wir?
Gut. Ich komme den Knigge-Jüngern ein Stück entgegen und nenne die schwimmende Bestie Thyosaurus, gehe aber kein Stück weiter in diesem sprachlichen Kastrationsprozess.
Abgehakt.

Meine Tochter ist eine hervorragende Analytikerin. Sie gab mir gestern den Rat, in meinem Blog mehr über mich zu schreiben, und weniger über Themen wie „Zeit“ zu faseln. Und viele meiner Haikus wären Scheiss. Zu den Haikus sage ich, sie sind Scheiss, aber als Jokes geschrieben, also mit Anspruch auf eine Spur Humor! Und das ist ein Hammer! Versuche mal, mit 17 Silben lustig zu werden! Das ist technisch kaum machbar, und jeder Versuch verführt dazu, sich über den Deppen lustig zu machen, der den Quatsch geschrieben hat. Meine Tochter meint, ich sei ein fauler, alter Sack und intellektuell inkontinent, ich würde jeden Scheiss raushauen. (So isses tatsächlich.) Soviel dazu.

Ja, das Thema Zeit und Verwandtes – es gilt auch hier das soeben Festgestellte. Über Leben, Zeit und ähnlich Unbestimmtes kann man sich ausbreiten wie eine Wassersuppe auf der Tischplatte. Und ich denke nicht daran, solchen Stoff zu ignorieren, bin nicht eitel und anspruchslos. Bin wie gesagt faul. Darum habe ich für meinen Schrieb kein Konzept, sondern nehme, was mir gerade in die Finger kommt. Das Resultat ist in jeder Beziehung ein verbaler Trödelmarkt. Soll ich nun etwas über die Verwendung von Trichlorethylen in der Metallindustrie schreiben? Ich kann es. Ich kann es aber auch lassen.

Meine Tochter meinte allerdings, es käme besser, wenn ich mehr über mich schreibe. Ich dachte, ich kriege einen Blutsturz. Das ist ja mal eine blöde Idee.Heute früh stand ich in meinem Schlafraum vor einem Riesenspiegel, so ein Ding für die Ganzkörper-Wiedergabe, schaute mich an und sagte zu mir respektive zu ihm: Ich soll mehr über Dich schreiben! Guck Dich doch mal an, Du Sackgesicht! Red mit mir! Was hast Du zu bieten? Und ich zu ihm: „Halt die Fresse, Du Witzfigur!“

Ok, das ist nicht dramatisch. So rede ich, aber nur mit meinem Spiegelbild. Da ist nichts im Busch. Guit. Ich könnte meine beispiellose Krankengeschichte aufrollen und mit Hilfe des Handworterbuchs für Mediziner, den berühmten „Pschyrembel“ weitere 2.000 Beiträge posten, bis dann ein Leser fordert: „Macht ihn doch endlich tot!“ Hier vermisse ich jetzt doch den Humor!
Sonst ist da nichts. Vielleicht noch 81 Jahre Leben, gepaart mit einem phänomenal schlechten Gedächtnis. Zu Exhibitionismus neige ich eh nicht – obwohl ….. Skimaske auf und Hose runter – ich habe es noch nicht versucht. Vielleicht kann ich ja mitlachen!