Die Stachelschweine (eine Parabel)

Artur Schopenhauer (1788 bis 1860) hat eine Parabel geschrieben, die den Titel „Die Stachelschweine“ trägt. WIKI berichtet dies:

„An einem kalten Tag entwickelt eine Gruppe Stachelschweine ein allen gemeines Wärmebedürfnis. Um es zu befriedigen, suchen sie die gegenseitige Nähe. Doch je näher sie aneinanderrücken, desto stärker schmerzen die Stacheln der Nachbarn. Da aber das Auseinanderrücken wieder mit Frieren verbunden ist, verändern sie ihren Abstand, bis sie die erträglichste Entfernung gefunden haben.“

Natürlich meinte Schopenhauer die Menschen und ihre charakterlichen Defizite; das dabei entstehende Klima hat Molière in seinem „Menschenfeind“ treffsicher dargestellt.
Dabei ist seine Figur des Alceste ein durchaus aufrechter Mann von Adel, der aber leidet
am Menschen und wird zum Misanthropen. Sein Idealismus verträgt sich nicht mit Bildern von Menschen wie Du und ich.

Haben wir hier nicht die Skizze eines generellen Problems im menschlichen Zusammenleben?

Wir leben derzeit mit einem starken Virus zusammen, in einer Situation, die von uns Charakterstärke fordert, und ein wesentlicher Teil der Bürger verweigert sich! Verweigert das, was man in der guten alten Zeit „Bürgerpflicht“ nannte. Es ist gruselig, wenn man bedenkt, dass diese Sorte „Mensch“ mit Bußgeld bedroht werden muss, damit sie auf Luxus verzichtet und sich einen Lappen vor den Mund bindet. Wieviel Geld muss man ihnen abknöpfen, bis sie bemerken, dass ein gesichertes Leben in einer grossen Gemeinschaft auch Rücksicht verlangt, überhaupt so etwas wie Gemeinsinn?

Nun, keiner zwingt mich, den Dumpfbacken zuzuhören, wenn sie zur Pandemie saudumm daher reden. Aber allein das Wissen um das Problem reicht, um Gift zu entwickeln und meine misanthropische Seite freizulegen.

Gottlob haben sie es noch nicht geschafft, dass ich eine Anthropophobie ausbrüte.
Das wäre dann eine Fortsetzung, nämlich eine Angst vor Menschen.
(Dieses Wortungetüm musste ich unbedingt noch unterbringen.)